Museen im Norden gehen gemeinsam online Neues Museumsportal noch nicht ausgereift

Ein neues Internetportal vom Museumsverband Niedersachsen und Bremen soll alle Museen in der Region digital bündeln. Praktisch, denke ich mir – wo ich doch den Sommer in der Heimat verbringe.
23.07.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Neues Museumsportal noch nicht ausgereift
Von Kristin Hermann

Ein neues Internetportal vom Museumsverband Niedersachsen und Bremen soll alle Museen in der Region digital bündeln. Praktisch, denke ich mir – wo ich doch den Sommer in der Heimat verbringe. Am Mittwoch wurde die Homepage offiziell freigeschaltet. Grund genug, um der Seite direkt einen Besuch abzustatten.

Man muss wissen, ich gehöre eher zu den faulen Usern. Ich gebe die Internetadresse nie in der zugehörigen Browserleiste ein, sondern lasse mich über Google auf die Seite leiten. Tippt man dort allerdings „Museumsportal Bremen und Niedersachsen“ ein, landet man mit einem Klick auf einen der ersten drei Vorschläge, auf einer fehlerhaften Website. Also doch den Weg über die Adresszeile.

Die Initiatoren bieten gleich drei Varianten an: www.mvnb.de, www.museen-in-bremen.de, www.museen-in-niedersachsen.de. Hinter allen Links verbirgt sich der gleiche Inhalt. Hier sollen sie nun sein: Alle Museen in Bremen und Niedersachsen auf einen Blick. Optisch ist die Seite nicht außergewöhnlich, aber nett gestaltet. Auf dem oberen Teil der Homepage werden einem verschiedene Bilder von Museen angezeigt. Fährt man mit dem Cursor über das Motiv, erfährt man, um welche Kultureinrichtung es sich handelt und kann via Mausklick auf die entsprechende Seite des Museums gelangen. Weiter unten wird man auf aktuelle Ausstellungen aufmerksam gemacht.

Verschiedene Kategorien

Die Museen sind in verschiedene Kategorien unterteilt: Archäologie, Geschichte, Heimat, Alltagskultur, Technik, Kunst und Erinnerung. Ich wähle eine der Einrichtungen aus: die Bremer Kunsthalle. In dem Artikel werden mir einige Bilder von und aus dem Gebäude sowie ein kurzer Infotext angezeigt. Darunter befinden sich nützliche Informationen wie Öffnungszeiten, Adressen und eine integrierte Karte von Google Maps. Das Verzeichnis gibt zudem Auskunft über die Qualität der Museen: Museen mit einem Gütesiegel werden besonders hervorgehoben.

Über eine Suchleiste kann man nach Städten, einzelnen Museen oder Stichworten suchen. Ich gebe probeweise Bremen und Bremerhaven ein. Dabei wird deutlich, dass der Museumsverband noch einiges aufzuarbeiten hat. Es sind noch längst nicht alle Museen auf der Seite zu finden. Ich schaue am Mittwochmittag auf die Homepage. In Bremen fällt mir gleich auf, dass die Weserburg fehlt. In Bremerhaven vermisse ich ebenfalls zwei Touristenmagnete. Es gibt weder Informationen über das Klimahaus, noch über das Auswandererhaus. Der Museumsverband will hier in den kommenden Tagen und Wochen nachrüsten. Und tatsächlich. Im Laufe des Tages tut sich bereits etwas. Einige fehlende Museen wurden bereits nachgetragen. Das Portal geht mit etwa 400 Museen an den Start. Insgesamt gibt es in beiden Bundesländern nach Angaben des niedersächsischen Kulturministeriums weit über 900 Orte, die interessante Sammlungen und Geschichten bieten.

Einen Überblick über die Museumslandschaft im Norden bot zuletzt ein 2001 erschienener gedruckter Museumsführer. Der soll jetzt durch das Portal abgelöst werden. Ein gedrucktes Exemplar lohne sich nach Angaben des Museumsverbandes finanziell nicht mehr und sei zudem nicht mehr zeitgemäß. Die Städte setzen bei gedruckten Informationen nun eher auf nicht ganz so umfangreiche regionale Broschüren. Das Museumsportal wird inhaltlich und finanziell zu gleichen Teilen durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstützt.

App soll nächstes Jahr kommen

Dass alle Kultureinrichtungen in Bremen und Niedersachsen künftig gebündelt an einem Ort zu finden sind, ist sehr zu begrüßen und eine Erleichterung. Im Internet können Änderungen wie etwa Öffnungszeiten oder Neueröffnungen schneller aktualisiert werden. Ob es ratsam ist, erst nach und nach alle Museen in das System einzutragen und ein solches Portal nicht erst zu starten, wenn zumindest die großen Museen alle in dem Verzeichnis aufgenommen sind, bleibt streitbar. Für mich wirkt das Portal zum jetzigen Zeitpunkt an einigen Stellen unvollständig.

Mir fehlen außerdem einige technische Spielereien und Begleiter für unterwegs, wie etwa eine App für das Smartphone, ein virtueller Einblick in die Museen oder Videos. Hier wollen die Verantwortlichen im Laufe der Zeit nachrüsten. Für das kommende Jahr sind eine App angedacht sowie ein Bewertungssystem, in dem Museumsbesucher ihre Meinung über die jeweilige Einrichtung festhalten können.

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