Tatort „Das perfekte Verbrechen“

Ohne Skrupel, mit Dünkel

Den völlig willkürlich erscheinenden Mord an einer Studentin müssen die Berliner Ermittler Karow und Rubin aufklären. Dabei stoßen sie auf eine seltsame Studentenverbindung.
15.03.2020, 09:21
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Ohne Skrupel, mit Dünkel
Von Iris Hetscher
Ohne Skrupel, mit Dünkel

Die Kommissare Rubin (Meret Becker) und Karow (Mark Waschke) ermitteln, kommen aber nicht so recht weiter.

Volker Roloff

Kann jemand wegen Mordes angeklagt werden, wenn Tatwaffe und Motiv fehlen? Und wie gehen die zuständigen Ermittler dieses unlösbar scheinende Problem an? Die „Tatort“-Folge „Das perfekte Verbrechen“ (ARD, Sonntag, 20.15 Uhr) präsentiert eine weitere Variation dieses Themas, greift dabei aber entschieden zu tief in die Klischeekiste.

Eine junge Jura-Studentin der fiktiven „Berlin School of Law“ wird mitten auf dem Gendarmenmarkt erschossen. Der Schuss muss aus einem Seminarraum abgegeben worden sein, in dem eine Studentenvereinigung ein Colloquium abgehalten hat. Diese Vereinigung ist so exklusiv, dass sie pro Jahr nur einen Neuling aufnimmt. Dieses Jahr ist es Benjamin Renz (Anton von Lucke), dessen Eltern arme Schlucker aus Schönweide sind. Damit passt er so gar nicht zu den anderen Mitgliedern dieses Zirkels, deren Väter sich an der Finanzkrise bereichert oder andere lukrative, aber windige Einnahmequellen erschlosssen haben. Renz will unbedingt dazugehören zu diesem Jungmännerclub, der Nietzsches Idee des Übermenschen huldigt. Zwei archaische Initiationsrituale hat er erfolgreich absolviert – bestand das dritte darin, irgendeine junge Frau zu ermorden und damit durchzukommen?

Das Drehbuch von Michael Comtesse hält sich nicht damit auf, die Mitglieder der Studentenvereinigung anders als grob dünkel- und ekelhaft darzustellen. Das und die wieder einmal extrem hölzernen Dialoge nehmen der Folge schnell jeglichen Schwung; wer bei der Auflösung des Falls auf eine klug inszenierte Überraschung hofft, tut das vergebens. Die Ermittler Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) kommen dieser eingeschworenen und juristisch bestens vernetzten Edel-Gang nur schwer bei. Trotzdem bietet ihr Zusammenspiel zumindest einige Lichtblicke in dieser öden Folge.

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