Enge Kontakte der Deutsche Kammerphilharmonie Bremen nach Japan Orchester ist in großer Sorge

Bremen. Bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen blickt man mit großer Sorge auf die dramatischen Ereignisse in Japan. Das Spitzenorchester hat viele enge Kontakte im Land und wird dort auf Tourneen immer wieder gefeiert. Wie es nun mit geplanten Projekten weitergehen soll, ist ungewiss.
15.03.2011, 19:47
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Von Thomas Joppig

Bremen. Bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen blickt man mit großer Sorge auf die dramatischen Ereignisse in Japan. Das Spitzenorchester hat viele enge Kontakte im Land und wird dort auf Tourneen immer wieder gefeiert. Wie es nun mit geplanten Projekten weitergehen soll, ist ungewiss.

 

„Wir sind sehr betroffen und in großer Sorge“, sagt Orchestersprecherin Annette Boegl. Bereits am Wochenende habe man sich bei den japanischen Kooperationspartnern erkundigt. „Zum Glück waren alle wohlauf.“ Klagen über die dramatischen Ereignisse habe man nicht gehört. „Es gehört wohl auch zur Mentalität der Japaner, sehr gefasst auf Unvorhergesehenes zu reagieren.“

Dennoch sei klar, dass die japanischen Partner, von denen die meisten in Tokio leben, nun andere Sorgen hätten, als Kontakte nach Bremen zu halten. „Sie müssen sich jetzt um ihre Familien kümmern – und sie leben ständig mit einer atomaren Bedrohung im Nacken.“

So ungewiss wie die Zukunft des Landes, so ungewiss ist auch die Zukunft der Projekte zwischen dem Bremer Orchester und den japanischen Partnern. Anlässlich des Jubiläums 150 Jahre deutsch-japanische Freundschaft wollten die Bläsersolisten der Kammerphilharmonie gemeinsam Bühnenkünstlern des traditionsreichen Kyogen-Theaters die „Zauberflöte“ aufführen.

Ende Mai sind mehrere Auftritte in Deutschland sind geplant, darunter auch in Bremen. „Wir gehen derzeit erst einmal davon aus, dass die Deutschland-Tournee wie geplant stattfinden kann. Ob wir im späteren Verlauf des Jahres mit dem Stück auch nach Japan reisen können, wird sich dann zeigen“, sagt Annette Boegl. In den kommenden Tagen habe das Orchester einen bereits seit längerem feststehenden Termin mit dem japanischen Generalkonsulat, um über das Projekt zu beraten. Dabei werde auch die aktuelle Lage im Land zur Sprache kommen.

Absehbar sei bereits jetzt, dass die Natur- und Reaktorkatastrophen die bundesweiten Feierlichkeiten zum Jubiläum der deutsch-japanischen Freundschaft überschatten werden. „Jetzt fröhliche Feste zu feiern wäre unpassend.“

 

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