Problem-Immobilie am Richtweg

Private Betreiber für das Musical-Theater?

Bremen. Offenbar gibt es starkes Interesse privater Betreiber, das Bremer Musicaltheater am Richtweg zu übernehmen. Zwei Unternehmen haben laut Staatsrat Heiner Heseler Angebote an die Wirtschaftsbehörde gerichtet. Das Ressort will in den kommenden
17.09.2009, 08:44
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Private Betreiber für das Musical-Theater?
Von Michael Brandt

Bremen. Offenbar gibt es starkes Interesse privater Betreiber, das Bremer Musicaltheater am Richtweg zu übernehmen. Zwei Unternehmen haben llaut Staatsrat Heiner Heseler von sich aus Angebote an die Wirtschaftsbehörde gerichtet. Das Ressort will in den kommenden Tagen den Betrieb des Musicaltheaters ausschreiben.

Es ist nicht der erste Versuch, private Betreiber für die Problem-Immobilie zu finden. 2004 hatte die Hamburger Stage Holding Bremen eine Absage erteilt, nachdem zuvor intensiv über einen Fünf-Jahres-Vertrag verhandelt worden war. 2006 planten dann gleich zwei Firmen den Einstieg ins Bremer Bühnen-Geschäft. Sogar von einem Vertrag mit 15 Jahren Laufzeit war zu diesem Zeitpunkt die Rede. Es kam zum Konflikt zwischen den Bewerbern und am Ende verliefen alle Gespräche im Sande.

Das Ressort von Wirtschaftssenator Ralf Nagel prüft seit einigen Monaten, wie die Zukunft des Musicaltheaters aussehen könnte. Drei Möglichkeiten stehen offen. Einerseits der Kauf des Gebäudes. Mitte des Jahres war in diesem Zusammenhang von sechs Millionen Euro die Rede. Zweitens könnte Bremen den Vertrag mit den Eigentümern zum Ende 2010 kündigen, müsste dann aber bis 2018 noch Altlasten abzahlen - ohne dafür eine Gegenleistung zu haben. Dritte Variante: Es bleibt wie es ist, die Wirtschaftsförderung (WFB) versucht weiterhin, die Bühne so gut es geht zu bespielen und auszulasten.

Diese Aufgabe würde im Fall eines Vertragsabschlusses vom privaten Betreiber übernommen. Die Interessenten sollen dabei mehrere Anforderungen erfüllen, heißt es. Dabei geht es dem Vernehmen nach um eine langfristige Bindung ans Musicaltheater, zum anderen müsse ein schlüssiges Nutzungskonzept für die Bühne vorgelegt werden. Und: Eine Konkurrenz zu Veranstaltungshaus "Glocke" soll vertraglich ausgeschlossen werden.

Das Musical-Theater wird seit Jahren von der Hanseatischen Veranstaltungs GmbH betrieben, die vor einigen Monaten in der Wirtschaftsförderungsgesellschaft aufgegangen ist. Das Geschäft ist schwierig, am Jahresende stehen immer wieder Miese unter dem Strich, mal 200000 Euro, mal auch 1,1 Millionen Euro. Dazu kommen Kosten von jährlich mehr als zwei Millionen Euro - Abtrag für den früheren Umbau der Immobilie und Mietkosten.

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