Viel Kultur am 29. Mai

Programm für "Lange Nacht der Museen" steht fest

Bremen. Heute Abend brennt in Bremens Museen noch lange Licht. Kulturfreunde können bei der "Langen der Museen" wieder zu später Stunde durch die Sammlungen der Stadt streifen. Das Credo in diesem Jahr lautet: Jeder nach seiner Façon.
18.05.2010, 07:09
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Von Frauke Fischer

Bremen. Heute Abend brennt in Bremens Museen noch lange Licht. Kulturfreunde können bei der "Langen der Museen" wieder zu später Stunde durch die Sammlungen der Stadt streifen. Das Credo in diesem Jahr lautet: Jeder nach seiner Façon.

'So können die Häuser stärker auf ihre Sammlungen und Sonderausstellungen eingehen', sagt Anne-Katrin Axt, Sprecherin des Bremer Focke-Museums. Den Besuchern in ihrem Haus werden noch einmal 'Manieren' geboten. Die gleichnamige Exponatenschau wird Ende des Monats Mai ihre Tore schließen.

Doch der Abend soll noch einmal im Zeichen guten Benehmens stehen. Unter anderem gibt es höfische Begrüßungstänze, Spielszenen zu Manieren und Pago Bahlkes beliebte satirische Führung unter dem Titel 'Traute Backhaus? letzter Versuch', dazu ein Buffet mit selbstgemachten Köstlichkeiten aus dem Verein der Freunde des Focke-Museums.

Wer sich noch nicht mit dem Sockel, dem Fundament der Kunst, auseinandergesetzt hat, kann den hoffentlich lauen Mai-Abend dafür im Gerhard-Marcks-Haus nutzen. Zwei Tage später geht die Ausstellung zu Ende, die sich ganz dem Unterbau kleiner und großer Kunstwerke widmet. Ein Publikumsmagnet dürfte erneut der Blick hinter die Kulissen für kleine Gruppen im Depot des Bildhauermuseums werden.

Einblicke in die Museumsarbeit

Die Sonderausstellung 'Zwischen Genialität und Wahnsinn' im Krankenhaus-Museum widmet sich den Outsider-Künstlern Robert Burda, Fritz Tobergte, Karl Cornelius und Josef Schwaf. Dazu gibt es in der Langen Nacht Führungen, außerdem Kulturgeschichtliches über den 'Wahnsinns-Ort Psychiatrie', Musiktheater von Wahnsinnsfrauen, Musik von Grenzgängern und Tanz zwischen Genie und Wahn.

Das Lebenswerk des Industriedesigners Wilhelm Wagenfelds steht bei der Jubiläumsausstellung im gleichnamigen Haus gegenüber vom Gerhard-Marcks-Haus im Fokus. Dorthin lockt auch die alljährliche Designbörse mit Sammlerobjekten aus privaten Beständen.

Üblicherweise bleiben Restauratorenwerkstätten, Magazine und Labore Gästen verschlossen. Doch die Lange Nacht erlaubt Einblicke in die Arbeit der Museumsmitarbeiter, zu der neben Sammeln, Bewahren und Forschen auch die Vorbereitung neuer Sonderausstellungen gehört. Das Übersee-Museum hat im Abendprogramm deshalb den Besuch in der Restauratoren-Werkstatt, bei dem gezeigt wird, wie die nächste Ausstellung 'Erleben, was die Welt bewegt' (ab Oktober) entsteht.

Einen Blick hinter die Kulissen gibt es auch in der Weserburg im Museum für moderne Kunst. Der Bummel führt in das Studienzentrum für Künstlerpublikationen. Außerdem zeigen Studierende der Hochschule für Künste eine Modenschau. Und es gibt neben der Möglichkeit, Farbkissen zu polstern und zu bemalen, Musik auf selbst genähten Instrumenten.

Die Kunsthalle präsentiert sich erneut in fremden Räumen. Dieses Jahr ist sie gemeinsam mit dem Blaumeier-Atelier und der Kulturkirche in St. Stephani aktiv. Künstlerisch-sportlich ist die Ausstellung 'Fair Play - Blaumeiers große Sportschau' dort zur Einstimmung auf die 'Special Olympics National Games' ausgerichtet. Es gibt Künstlergespräche, Konzerte und sportliche Aktionen.

Die Gesellschaft für Aktuelle Kunst auf dem Teerhof legt ihre Ausstellungseröffnung in die Lange Nacht, das Künstlerhaus Am Deich bietet eine Führung durch die aktuelle Schau 'Kilian Rüthemann - Walking Distance' an. Die Städtische Galerie Bremen führt durch ihre Ausstellungen 'Martina Werner: Der 13. Raum - Señor Mendoza und der C-Stamm' sowie 'Mai Yamashita & Natoto Kobayashi: 1000 Waves'. In der unteren Rathaushalle ist die Ausstellung 'Der dritte Lehrer - Bauen und Bildung in Bremen' zu sehen.

Shuttle-Busse und Schifftransfer

Im weitesten Sinne um Manieren geht es im Schulmuseum. 'Gerade sitzen, Ohren spitzen!' heißt es im Klassenzimmer aus der Kaiserzeit an der Hohwisch. Wer sich in die Epoche zurückversetzen will, kann Schiebewurst und Malzkaffee von 'Mudder Cordes' genießen.

Damit die Lange-Nacht-Bummler ihre Füße auf den Wegen zwischen den Stationen nicht allzu sehr strapazieren müssen, werden Shuttle-Busse zwischen den Häusern pendeln. Auf der Weser fährt außerdem das Schiff 'Hanseat' zwischen Martinianleger, St.-Stephani-Kulturkirche und dem Holz- und Fabrikhafen.

Die Lange Nacht der Museen findet am 29. Mai zwischen 18 und 1 Uhr statt.

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