Stipendien und Komplementärfinanzierung

Weitere Hilfe für die Bremer Kulturszene

2,8 Millionen Euro für Einzelstipendien und 150000 Euro Kofinanzierung, um weitere Bundesmittel zu akquirieren. Beides will der Senat für die weitere Förderung Bremer Kulturschaffender zur Verfügung stellen.
10.11.2020, 17:38
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Weitere Hilfe für die Bremer Kulturszene
Von Alexandra Knief
Weitere Hilfe für die Bremer Kulturszene

Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz.

Christina Kuhaupt

Kein Theater, keine Ausstellungen, kein Tanz, keine Musik. Für viele Kulturakteure bedeutet der aktuelle Teil-Lockdown: Keinerlei Auftritts- und Arbeitsmöglichkeiten und somit auch keinerlei Einnahmen. Um Existenzen zu sichern, ein Arbeiten zu ermöglichen und damit auch zu verhindern, dass Kulturakteure langfristig in andere Beschäftigungsfelder abwandern, hat der Senat am Dienstag weitere Hilfen für Bremer Kulturschaffende beschlossen. Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz stellte diese im Anschluss an die Senatssitzung bei einer Pressekonferenz im Bremer Rathaus vor.

Zum einen wurde ein Stipendienprogramm beschlossen, mit Einzelstipendien für solo-selbstständige Künstler und Künstlerinnen aus Bremen und Bremerhaven. Durch das Programm sollen nicht rückzahlbare Förderungen in Höhe von bis zu maximal 7000 Euro pro Person gewährleistet werden, die insbesondere die künstlerische Produktion (Proben, Herstellung künstlerischer Werke, Entwicklung neuer künstlerischer Ansätze) ermöglichen soll.

Aufgrund der Erfahrungen, die der Senat aus bisherigen Soforthilfeprogrammen gewonnen hat, gehe man davon aus, dass für 2020/2021 bis zu 400 Stipendien beantragt werden. Die dafür benötigten Mittel in Höhe von 2,8 Millionen Euro sollen aus den Bremen-Fonds finanziert werden. Einen Antrag stellen können Kulturschaffende aus allen Sparten. Voraussetzung ist eine professionelle künstlerische Betätigung, die Aufgrund der Corona-Pandemie mit Ausfällen verbunden ist.

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Man hoffe, mit den Stipendien auch all diejenigen zu erreichen, bei denen ein Großteil der bisherigen Hilfsprogramme nicht greift, so Emigholz. Zudem sei man nach wie vor in engem Austausch mit dem Wirtschaftsressort, damit auch all diejenigen passende Hilfe finden, bei denen es Überschneidungen in den Zuständigkeitsbereichen gebe. Oftmals schließe eine Förderung eine andere aus. Wer unsicher sei, welche Hilfsangebote die richtigen für ihn oder sie seien, könne sich in der Kulturbehörde beraten lassen, betont Emigholz.

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Des Weiteren ist der Senat einer Bitte um Unterstützung des Landesverbands für freie darstellende Künste nachgekommen. Um einige Bundesprogramme wahrnehmen zu können, sei eine Komplementärfinanzierung der Länder in Höhe von zehn Prozent nötig, die der Verband nicht selbst stemmen könne. Aus dem Bremen-Fonds sollen nun 150 000 Euro zur Verfügung gestellt werden, sodass zusätzlich bis zu 1,5 Millionen Euro an Bundesförderung akquiriert werden kann. Damit unterstützt werden sollen vor allem freie Künstler und Künstlerinnen aus den Sparten Tanz und Theater.

Die Beschlüsse gehen nun in die Kulturdeputation und in den Haushalts- und Finanzausschuss. Carmen Emigholz hofft auf eine schnelle Zustimmung, sodass Betroffene noch in diesem Monat Anträge für die neuen Förderangebote stellen können. Emigholz: „Uns ist wichtig, dass die Menschen für die wir verantwortlich sind, gut durch den Winter kommen.“

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