Bremer Philharmoniker Spielzeit mit Überraschungen

Die Zeit ohne Generalmusikdirektor ist vorbei: Die Saison 2018/19 ist für die Bremer Philharmoniker die erste mit Marko Letonja. Der hat der Saison nicht nur musikalisch seinen Stempel aufgedrückt.
09.05.2018, 17:09
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Spielzeit mit Überraschungen
Von Iris Hetscher

Mit vordergründig ernüchternden Worten eröffnete Christian Kötter-Lixfeld, Intendant der Bremer Philharmoniker, das Pressegespräch zur neuen Spielzeit: "Der Flirt ist vorbei". Marko Letonja, ab September dann endgültig in Amt und Würden als neuer Generalmusikdirektor, kurz: GMD, lächelte trotzdem. Denn aus dem Flirt ist bereits jetzt eine feste Beziehung geworden; und da, wie Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz (SPD) verkündetet, der Philharmoniker-Vertrag für die nächsten fünf Jahre gesichert ist, gibt es für Letonja zudem langfristige Planungssicherheit. Auch sein Vertrag läuft über fünf Jahre.

Die GMD-lose Interimsspielzeit ist also bald passé: "Eine neue Zeit" lautet denn auch das Motto der Spielzeit 2018/19, was weit mehr umfasst als nur eine musikalische Neujustierung durch Letonja, der das Programm mit Schlüsselwerken des 20. Jahrhunderts gespickt hat.

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Gleich im ersten Konzert der Saison, am 23., 24. und 25. September, gibt es Bartóks "Konzert für Orchester"; Hindemiths "Mathis der Maler" steht auf dem Programm (am 24. und 25. Februar 2019), außerdem sind Werke von Erich Korngold, Vaughan Williams, Jean Sibelius, Carl Nielsen oder György Ligeti in den zwölf Philharmonischen Konzerten zu hören.

Deren jeweilige Einzel-Programmgestaltung zeichnet sich, wie in den vergangenen Spielzeiten auch, durch eine anregende interne Spannung aus. So trifft im zehnten Konzert am 19. und 20. Mai 2019 unter dem Titel "Die Schottische" beispielsweise Vaughan Williams auf Benjamin Britten und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Abseits der klassischen Moderne gibt es aber beispielsweise auch einen Abend, der ganz Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet ist.

Saisonfinale mit Filmmusik

Fünf Mal wird Marko Letonja bei Philharmonischen Konzerten am Pult stehen, im ersten Konzert, außerdem beim "Winterzauber" (mit weihnachtlich geprägten Werken von Nigel Hess, Brian Kelly, Morton Gould, Gian Carlo Menotti und Duke Ellington), beim Operetten-lastigen Neujahrskonzert, natürlich bei "Mathis der Maler" im Februar und beim Saisonfinale am 23., 24 und 25. Juni 2019, mit Filmmusik unter anderem aus "Metropolis" oder "Indiana Jones". Auch das Musikfest-Konzert, das Benefizkonzert für die WESER-KURIER-Weihnachtshilfe, zwei After-Work- und vier weitere Sonderkonzerte wird er dirigieren.

Das zeigt schon: Rund um die Philharmonischen Konzerte gibt es wieder ein munteres Zusatzprogramm. So sind fünf statt sechs Veranstaltungen unter dem Motto "5nachSechs" geplant, weil diese Reihe auch in der zu Ende gehenden Spielzeit erneut Zuschauer hinzugewonnen habe, sagt Christian Kötter-Lixfeld, dessen Vertrag ebenfalls um fünf Jahre verlängert wurde. Ebenso die Konzerte, die am Sonntagmorgen stattfinden. Vor allem diese beiden Termine haben dafür gesorgt, dass die Zuschauerzahl sich wieder zwischen 66 000 und 67 000 einpendeln werde, ähnlich der Saison 2016/2017 (66 700), vermutet Christian Kötter-Lixfeld. Um die Zahl mindestens stabil zu halten, haben die Philharmoniker sich einige Neuerungen ausgedacht.

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So werden abendlichen Philharmonischen Konzerte künftig um 19.30 Uhr statt um 20 Uhr beginnen; damit reagiere man auf einen häufig geäußerten Wunsch, so der Intendant. Experimentiert wird mit weiteren neuen Abo-Modellen (darunter eins für die fünf Konzerte mit Letonja), mit verbilligtem Eintritt für Schüler, Studenten und Auszubildende (Einzelkarten für 9,50 Euro, Abos ab 28 Euro) sowie mit diversen Ideen, die "Mauer zwischen Orchester und Zuschauern" einzureißen, wie Letonja es nennt. So wird er bei den Konzerten, die er dirigiert, selbst vorher etwas zu den Werken sagen.

An vier Terminen findet zudem der "Pausenphiller" statt: Wer möchte, kann kostenlos eine Probe der Bremer Philharmoniker in der Glocke besuchen. Außerdem gibt es wieder einen Tag der Offenen Tür und zwar am Sonnabend, 9. Juni, von 10 bis 17 Uhr. Unter dem dem Motto "Ganz Phil Bremen" laden die Philharmoniker in die Glocke, unter anderem zu der beliebten Saisonpräsentation oder zur Aktion "Instrumente zum Anfassen". Wer möchte, kann zudem für fünf Minuten als Dirigent das Orchester leiten.

Weitere Informationen

Detaillierte Infos zur Saison 2018/19 sowie über alle Abomodelle und Ticketpreise finden Sie unter www. bremer-philharmoniker .de

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