"Outnow"-Festival in Bremen

Sprungbrett für den Nachwuchs

Bremen. Schräg, virtuos und mutig – so präsentieren sich Nachwuchskünstler aus Europa auf dem diesjährigen Performance-Festival Outnow vom 2. bis zum 8. Juni.
25.05.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Andrea Tiedemann

Schräg, virtuos und mutig – so präsentieren sich Nachwuchskünstler aus Europa auf dem diesjährigen Performance-Festival Outnow vom 2. bis zum 8. Juni. Es geht darum, die Schnittstellen zwischen Schauspiel, Musik, Tanz und Performance auszuloten. Zum ersten Mal wird neben der Schwankhalle auch die kleine Bühne des Theaters bespielt.

Bremen. "Wir wollen nicht nur die Sparten nebeneinander stellen, sondern deren Berührungspunkte suchen." Für Claudia Beißwanger, Projektleiterin der Schwankhalle, geht es beim diesjährigen Performance-Festival Outnow vor allem um eins: Austausch und Vernetzung. Die Grenzen zwischen Schauspiel, Oper, Tanz und Performance sind kaum mehr auszumachen. Studenten und Nachwuchskünstler aus ganz Europa reisen dafür an und stellen ihre Arbeiten vor. Über 400 Bewerbungen von Regisseuren, Schauspielern, Tänzern, Choreografen, Musikern, Filmemachern und bildenden Künstlern waren eingegangen – sogar aus Kolumbien und dem Königreich Tonga. Ins Programm haben es letztlich allerdings nur europäische Produktionen geschafft, rund 70 Künstler sind dabei. "Wir waren überwältigt von der Qualität der Arbeiten", sagt Beißwanger.

Andere Theatersprachen

Zum ersten Mal wird neben der Schwankhalle, die Zentrum des Festivals ist, auch die kleine Bühne des Theaters genutzt. Der Impuls dazu ging laut Generalintendant Michael Börgerding von der Schwankhalle aus. Auch wenn das Festival als Netzwerkmöglichkeit für die Künstler gilt, möchte Börgerding auch das breite Theaterpublikum ansprechen. "Hier kann man andere Theatersprachen kennenlernen als solche, die man gewohnt ist." Als Beispiel nennt er eine Neuauflage von Purcells Oper Dido und Aeneas des Künstlernetzwerks Cobra-theater. Die Form der Oper werde dort "brüchig", heißt es in der Vorankündigung, der Schwerpunkt der Inszenierung liege auf dem, was sich zwischen den Tönen und nach dem Verklingen der Stimme abspiele. Einen klassischen Stoff hat sich auch die Theaterakademie Hamburg vorgenommen, die das Drama Rodogune von Pierre Corneille mit Lewis Carrolls Alice im Wunderland verknüpft. Doch beginnen wird das Festival viel experimenteller: Eine bildende Künstlerin, eine Tänzerin und ein Musiker übersetzen das Thema Wüste in ihre eigene Kunstform. Die dadurch entstehende Installation wird einen Abend lang im Kultur im Bunker zu sehen sein.

Für das Festival, das 1994 vom Jungen Theater Bremen ins Leben gerufen wurde und seit 2004 regelmäßig in der Schwankhalle stattfindet, steht ein Budget von 50000 Euro zur Verfügung. Alle beteiligten Künstler treten gegen eine Aufwandsentschädigung auf und sollen nach Wunsch der Festivalplaner möglichst mehrere Tage in Bremen bleiben, um sich die Arbeiten der Kollegen anzusehen. Laut Börgerding ist das Festival ein "Sprungbrett" für junge Künstler.

Ins Programm eingebunden sind auch der Jazzclub der Bremer Hochschule für Künste sowie Studenten der Hochschule für Künste im Sozialen aus Ottersberg, die die Bremer Innenstadt und das Viertel bespielen werden. Zwischen zwei und vier Veranstaltungen laufen an einem Tag. Wer alles ansehen möchte, kann einen Festivalpass kaufen, wen nur eine spezielle Veranstaltung interessiert, kann auch ein Einzelticket kaufen.

Outnow-Festival vom 2. bis 8. Juni, Schwankhalle und Theater Bremen Kleines Haus. Vorverkauf an beiden Orten. Mehr Informationen unter www. schwankhalle.de/outnow und www. theaterbremen.de.

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