Bremer Freunde gratulieren Zülfü Livaneli zum 70. Geburtstag – und auch Claudia Roth schaut vorbei Ständchen für einen glühenden Demokraten

Bremen. Der Geehrte nahm sich doch noch selbst das Mikrofon und sang – und das Publikum im Sendesaal stimmte ein. „Yiğidim Aslanım“, Zülfü Livanilis Hommage an den türkischen Lyriker Nâzım Hikmet, kennt in der Türkei jedes Kind – und dieses Lied war am Sonntagabend der bewegende Schlussakkord eines abwechslungsreichen Geburtstagskonzerts für Livaneli.
21.06.2016, 00:00
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Ständchen für einen glühenden Demokraten
Von Iris Hetscher

Bremen. Der Geehrte nahm sich doch noch selbst das Mikrofon und sang – und das Publikum im Sendesaal stimmte ein. „Yiğidim Aslanım“, Zülfü Livanilis Hommage an den türkischen Lyriker Nâzım Hikmet, kennt in der Türkei jedes Kind – und dieses Lied war am Sonntagabend der bewegende Schlussakkord eines abwechslungsreichen Geburtstagskonzerts für Livaneli. Gefeiert wurde der 70. Geburtstag des türkischen Schriftstellers, Filmemachers, Komponisten und Sängers (wir berichteten) – eingeladen hatten ihn Freunde: Peter Schulze von den Freunden des Sendesaals und der Pianist Henning Schmiedt, der viele Werke Livanelis arrangiert hat.

Zuvor hatte die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen), ihren „Nachbarn und Freund“ einen „Weltstar und glühenden Demokraten“ und außerdem einen „herzenswarmen und herzensguten Menschen“ genannt. Ein großer Künstler ist Livaneli zudem, vor allem sein Schaffen als Komponist und Texter stand am Sonntag im Mittelpunkt. Herzstück des Abends war die kammermusikalische Aufführung der „Rumi-Suite“, die 2013 im Sendesaal uraufgeführt wurde. Romy Camerun interpretierte die Texte des islamischen Mystikers Rumi auf Englisch mit ihrer kräftigen Jazz-Stimme, die tief empfinden kann, genauso überzeugend in luftig-leichte Höhen abhebt oder mit dem präzise Akzente setzenden Henning Schmiedt am Piano kokett scherzt. Uli Beckerhoff rundete die Suite durch seine grandiose Trompeten-Skizzen ab.

Schmiedt hatte zuvor mit dem Cellisten Hermann Meyer den Konzertauftakt besorgt – mit der „East-West-Suite“ und der „Hommage à Komitas“, einem Stück, das bei den Gedenkfeiern zum 100. Jahrestag des türkischen Massakers an den Armeniern 2015 in Istanbul aufgeführt wurde. Das Duo akzentuierte die mal nachdenklich-melancholisch, dann wieder druckvoll-schmerzhaften Passagen mit viel Hingabe. Das galt auch für zwei Besucher aus dem Theater Bremen: Torsten Kindermann und Ali Kemal spielten Stücke von Livanelis Kollegin Sezen Aksu, die Teil des „Istanbul“-Liederabends sind. Der Chor der Kulturkirche unter Leitung von Tim Günther gratulierte mit drei in wunderbarer Ruhe und Klarheit vorgetragenen deutschen Abendliedern – ehe alle Beteiligten gemeinsam Livanelis „Ey özgürlük“ anstimmten, seine Hymne auf die Freiheit.

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