Jugendliche am Theater Bremen Tanzprojekt sucht junge Amateure

Bremen. Interessante Typen für die Bühne hat Henrietta Horn vom Tanztheater Bremen für ihr neues Stück „Herzrasen“ gesucht. Aus den rund 20 Jugendlichen eines Workshops muss die Choreografin nun ein halbes Duzend auswählen. Gar nicht so einfach.
15.03.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Simone Gorecki

Bremen. Interessante Typen für die Bühne hat Henrietta Horn vom Tanztheater Bremen für ihr neues Stück „Herzrasen“ gesucht. Aus den rund 20 Jugendlichen eines Workshops muss die Choreografin nun ein halbes Duzend auswählen. Gar nicht so einfach.

Bereits absolvierter Tanzunterricht ist keine Pflicht für die Teilnehmer des zweitägigen Auswahl-Workshops. „Manche haben Ballettunterricht oder machen Capoeira. Aber einige haben auch überhaupt keine Ausbildung. Das ist kein Problem“, erzählt Henrietta Horn. Einerseits sei es wichtig, dass die Tänzer richtige Typen seien, schließlich seien auch die zehn Ensemble-Mitglieder der Jungen Akteure, mit denen "Herzrasen" aufgeführt werden soll, alle auf ihre Art besonders. Andererseits kommt es Horn sehr darauf an, dass die Jugendlichen zwischen zwölf und 25 Jahren konzentriert mitarbeiten.

Das testet die Choreografin mit einer Aufgabe, für die die Bewerber sich eine Folge aus zehn Schritten ausdenken sollen und zusammen mit einem Partner einstudieren müssen. Insgesamt sind das also zwanzig Schritte, die innerhalb weniger Stunden sitzen sollten.

„Ich gebe erst einmal keine Hilfestellung, sondern lasse machen“ sagt Horn. Beim Beobachten könne sie sich schon gut einen ersten Eindruck verschaffen. Später, als die Gruppen ihre Choreografien präsentieren, gibt sie aber doch noch Tipps oder fordert die Paare wenn nötig auf, noch einmal draußen zu üben.

Viel sagen zu „Herzrasen“ kann Horn noch nicht, das Stück sei gerade im Entstehungsprozess. Und an diesem Prozess könnten die Jugendlichen noch kräftig mitmischen. „Während der Proben entwickeln die Tänzer eigene Schritte, vielleicht mit Elementen aus dem Hip Hop, die dann einfließen“, erklärt Tom Bünger, der als Assistent bei der Produktion mitarbeitet. Ab August soll intensiv trainiert werden.

Doch bis es losgeht, muss sich die Choreografin für sechs bis acht Workshopteilnehmer entscheiden. Das findet sie ziemlich schwierig. „Nach so einem Wochenende kennt man sich schon so gut, dass ich am liebsten alle mitnehmen würde. Aber das geht leider nicht“, bedauert sie. Froh ist sie außerdem, dass sie nicht die undankbare Aufgabe übernehmen muss, Bewerbern anschließend am Telefon eine Absage geben zu müssen. Dafür sei eine Kollegin zuständig.

Mit der neuen Produktion möchte das Tanztheater Bremen eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Normalerweise komme eher das Bildungsbürgertum ins Tanztheater, für das eine gewisse Vorbildung nötig sei, erklärt Bünger. Mit dem gerade wieder aufgenommenen Stück „Flashmob“ habe sich das Tanztheater erstmals an ein junges Publikum gewandt. „Das Stück wurde gut angenommen und ist auch leicht zu versehen“, so der Tänzer. Daran hoffen die Planer am Theater nun anknüpfen zu können, und Tanztheater einem größeren Publikum schmackhaft zu machen. Premiere von "Herzrasen" ist am 29. Oktober.

 

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