Alles nur geträumt?

„Tatort“-Kritik: „Parasomnia“

Neuer neuste „Tatort“ aus Dresden ist eher Horror-Thriller als Krimi. Er dreht sich um die 14-jährige Talia, die meint, tote Menschen sehen zu können. Und eine echte Leiche gibt es im „Tatort“ natürlich auch.
15.11.2020, 05:00
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„Tatort“-Kritik: „Parasomnia“
Von Alexandra Knief
„Tatort“-Kritik: „Parasomnia“

Leonie Winkler (Cornelia Gröschel, rechts) tröstet Talia (Hannah Schiller) in einer Szene des "Tatort: Parasomnia".

Daniela Incoronato /MDR /dpa

Eines gleich vorweg: „Parasomnia“, der neueste „Tatort“ aus Dresden (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD), ist mehr Mystery-Thriller als Krimi, fast schon Psycho-Horror vom Feinsten. Wer hier also empfindlich ist, sollte ein Sofakissen bereithalten, hinter dem er sich notfalls verstecken kann.

Im Zentrum des Falles steht die 14-jährige Talia (Hannah Schiller), die gerade mit ihrem Vater zurück in ein altes, sehr renovierungsbedürftiges Haus gezogen ist. Talia, das wird schnell klar, ist kein normales Mädchen. Laut ihrem Vater leidet sie unter Parasomnie, einer Schlafstörung, die Schlafwandeln, Nachtangst und realistische Albträume mit sich bringt. Talia glaubt zum Beispiel, tote Menschen zu sehen. Eine Begleiterscheinung ihrer Krankheit, oder ist an den Behauptungen des Mädchens vielleicht etwas dran?

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Einen Toten hat sie auf jeden Fall gesehen: Direkt nach dem Einzug findet sie die Leiche eines toten Handwerkers, ist vielleicht sogar dessen Mörder begegnet. Talia verdrängt das Gesehene allerdings, sodass sie für Karin Gorniak (Karin Hanzcewski) und Leo Winkler (Cornelia Gröschel) nicht gerade zur zuverlässigsten Zeugin wird – allein schon wegen ihrer Geistergeschichten. Dank der Ähnlichkeit zu ihrer verstorbenen Mutter gelingt es Winkler allerdings, das Vertrauen des Mädchens zu gewinnen.

Schade ist, dass Hannah Schiller ein wenig zum Overacting neigt und auch einige Entwicklungen des Falls sich schnell erahnen lassen. Dennoch haben Regisseur Sebastian Marka und Autor Erol Yesilkaya einen spannenden „Tatort“ geschaffen, der an der Grenze zum Paranormalen kratzt, dabei aber nicht die Bodenhaftung verliert.

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