Tatort

Das erwartet Sie beim Tatort aus Stuttgart am 1. November

In der „Tatort“-Folge „Der Welten Lohn“ werden die Stuttgarter Kommissare Lannert und Bootz mit einer Toten im Wald konfrontiert. Doch eigentlich geht es um etwas anderes.
01.11.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Das erwartet Sie beim Tatort aus Stuttgart am 1. November
Von Iris Hetscher

Ein Mann kommt am Flughafen an, niemand holt ihn ab. Er checkt in einer billigen Pension ein, dann besucht er seinen ehemaligen Chef. Oliver Manlik (Barnaby Metschurat) möchte Entschädigung, und zwar für die drei Jahre und vier Monate, die er in einem US-amerikanischen Gefängnis verbringen musste. Mehrere Millionen Euro fordert Manlik, der sich als Bauernopfer sieht: Nachdem seiner Firma in den USA Korruption vorgeworfen wurde, musste er den Kopf dafür hinhalten. Doch Unternehmenschef Joachim Bässler (Stephan Schad) wimmelt ihn ab. Einen Tag später wird die Personalchefin Diana Geddert (Anni Nagel) tot im Wald aufgefunden. Ein Racheakt Manliks?

Die Stuttgarter Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) bekommen es in „Der Welten Lohn“ (Sonntag, ARD, 20.15 Uhr) mit einem Fall zu tun, der sich um den eskalierenden Konflikt zweier Männer dreht. Boris Dennulat (Drehbuch) und Gerd Schneider (Regie) konzentrieren sich dabei auf die beiden Kontrahenten, klassische Whodunit-Stimmung will nicht aufkommen, zwischendurch vergisst man die tote Personalchefin fast.

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Die Folge taugt aber auch nicht als eine Art Doppel-Psychogramm, weil beide Figuren nur aus Klischees zusammengesetzt sind. Manlik ist verbittert, natürlich haben sich Frau und Sohn von ihm abgewandt, woraufhin Barnaby Metschurat zunächst waidwund guckt und seine Figur dann zunehmend rot sehen lassen muss.

Stephan Schad hält dagegen als Karikatur des aalglatten Machers, der genüsslich über den Sozialstaat herzieht. Ihm ist nichts zu fies, um seine Machtposition zu sichern – dieser Charakter scheint bei „Tatort“-Drehbuchschreibern geradezu auf Taste zu liegen, wenn Firmenchefs eine Rolle spielen. Der Tod der Personalchefin wird auch noch geklärt, birgt aber genauso wenig Überraschungen wie die 85 Minuten zuvor.

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