Schräge Seifenoper

Tatort-Kritik: „Die ewige Welle“

Im Münchener Tatort treffen zwei alte Freunde aufeinander: Kommissar Leitmayr und Surfer Mikesch hätten sich nicht verschiedener entwickeln können. Mikesch will sein Leben ändern – aber dafür braucht er Geld.
25.05.2019, 19:29
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Tatort-Kritik: „Die ewige Welle“
Von Kim Torster
Tatort-Kritik: „Die ewige Welle“

Am Ende ist diese Folge des Münchener Tatorts insgesamt sehr platt geraten.

Tobias Hase/dpa

Mehr als 30 Jahre ist es her, dass sich Mikesch und Franz das letzte Mal gesehen haben. 1984 war das, in Portugal. Die beiden, damals noch junge Männer, waren zusammen in einer Dreiecksbeziehung mit Freundin Frida, schliefen nackt am Strand, kifften und gingen gemeinsam surfen. Nun kommt es zum großen Wiedersehen, doch Mikesch wird spät abends überfallen, mit einem Messer schwer verletzt und landet schließlich im Krankenhaus. Dort trifft er auf Franz – der der Ermittler in seinem Fall ist.

Der Münchener Tatort „Die ewige Welle“ (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD) möchte eine Geschichte über Liebe, Freundschaft und eine gescheiterte Existenz erzählen, ist dabei aber leider nicht nur sehr vorhersehbar, sondern oft auch so klischeehaft, dass es wehtut. So spielt die Story die meiste Zeit – und mehr als nur ein paar Mal zu oft – mit den Gegensätzen der beiden ehemaligen Freunde: Hier der brave Spießer-Polizist Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und dort Mikesch (Andreas Lust), Immer-noch-Surfer, ewiger Junggeselle und neuerdings auch Drogendealer.

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Zu allem Überfluss tritt dann auch noch die ehemalige gemeinsame Liebe Frida (Ellen ten Damme) auf den Plan, die zum Vorankommen des Ereignisse nichts beiträgt, aber fix noch ein paar alte Gefühle aufwirbelt. Am Ende ist diese Folge des Münchener Tatorts insgesamt sehr platt geraten. Einen richtigen Fall gibt es ohnehin nicht, auch Ermittlerkollege Ivo Batic (Miroslav Nemec) kommt kaum zum Einsatz. Wahrscheinlich wollte „Die ewige Welle“ ein Unterhaltungsformat werden. Stattdessen ist daraus eine schräge eine Seifenoper geworden.

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