Gesellschaftskritik im „Tatort“ Dresden „Tatort“-Kritik: „Rettung so nah“

Der neueste „Tatort“ aus Dresden ist mehr Gesellschaftskritik als Kriminalfall. Denn neben dem Mord an einem Sanitäter spielt die große Gefahr eine Rolle, der diese Berufsgruppe täglich ausgesetzt ist.
07.02.2021, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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„Tatort“-Kritik: „Rettung so nah“
Von Alexandra Knief

Der Fall wird im aktuellen „Tatort“ aus Dresden fast zur Nebensache. Im Zentrum der Geschichte von Autor Christoph Busche (Regie: Isabel Braak) steht eine wichtige Botschaft: Die Polizei und der Rettungsdienst haben es nicht leicht, arbeiten zu viel, finden kaum Schlaf und sind im Dienst nicht selten großen Gefahren ausgesetzt.

So ist in „Rettung so nah“ das halbe Polizeipräsidium erkältet und wirft mit Taschentüchern um sich, was in Zeiten von Corona kaum mit anzusehen ist. Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) ist so fertig, dass sie während des Dienstes auf ihrem Schreibtisch einschläft. Da bekommt sogar die sonst so kühle Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) ein bisschen Mitleid mit ihrer Kollegin. Doch für Erholung bleibt keine Zeit: Rettungshelfer Tarik Wasir wurde bei einem Einsatz mit einer Plastiktüte erstickt, als er kurz allein zum Rettungswagen ging, während seine Kollegin Greta Blaschke (Luise Aschenbrenner) eine verletzte Obdachlose versorgte.

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War der Angriff zufällig? Oder ist Wasir Opfer einer gezielten Falle geworden? Bei den Ermittlungen zeigt sich: Angriffe auf Rettungskräfte gehören mittlerweile zum Alltag der Helfer. Jeder hat seine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Spätestens als kurze Zeit später aber ein weiterer Rettungswagen der gleichen Wache angegriffen wird, ist klar: hier hat es jemand auf ganz bestimmte Sanitäter abgesehen. Aber wer? Und was hat er für ein Motiv?

Insgesamt erfüllt der Dresdner „Tatort“ die Erwartungen an eine solide Sonntagabendunterhaltung. Mehr aber auch nicht. Zu Lachen gibt es wie immer wenig. In Dresden wird ernsthaft ermittelt, anders als in Münster bleibt hier keine Zeit für Späße.

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