Vier sind einer zu viel

Tatort-Kritik: „Tod und Spiele“

In „Tod und Spiele“ muss das Dortmunder „Tatort“-Team in der Kampfsportszene ermitteln. Leider verstrickt sich die Geschichte in zu viele Einzelheiten, einzig die Gruppendynamik ist ein Lichtblick.
06.10.2018, 19:12
Lesedauer: 1 Min
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Tatort-Kritik: „Tod und Spiele“
Von Patrick Reichelt
Tatort-Kritik: „Tod und Spiele“

Der Tatort "Tod und Spiele" dreht sich um die Kampfsportszene.

Thomas Kost/WDR

Vier ermittelnde Kommissare sind einfach zu viel – das wird im Tatort „Tod und Spiele“ (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD) schnell deutlich. Die mittlerweile zwölfte Dortmund-Folge will allen Figuren Raum geben, verstrickt sich dabei aber in zu vielen Einzelheiten. „Oh, da gab‘s ein Grillfest“: Als die Hauptkommissare Peter Faber (Jörg Hartmann) und Martina Bönisch (Anna Schudt) zu einer verkohlten Leiche gerufen werden, ist eine Spur schnell gefunden.

Sie führt zu einem dubiosen Hotel, in dem die Ermittler ein Kind auflesen. Doch der verstörte und ausgehungerte Junge versteht offensichtlich kein Wort. Widerwillig kümmert sich Kommissarin Nora Dalay (Aylin Tezel) um das Kind. Gemeinsam mit dem Neuen, Jan Pawlak (Rick Okon, ersetzt den abgewanderten Stefan Konarske), führen sie ihre Ermittlungen in das illegale Kampfsportmilieu.

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Russische Oligarchen, Käfigkämpfe bis auf den Tod und gleich zwei Undercover-Einsätze: Maris Pfeiffer (Regie) und Wolfgang Stauch (Drehbuch) geizen in dieser Folge nicht mit Klischees und dehnen die Realität ein Stück zu weit. Es wirkt schon etwas grotesk, wenn etwa Bönisch bei ihrer verdeckten Operation etwas mit einem verdächtigen Milliardär anfängt oder ein kleiner Junge mit einem Tritt seine Aufpasserin Dalay außer Gefecht setzt.

Zum Glück gibt es noch Jörg Hartmann, der in seiner Rolle als depressiv-sperriger Faber wieder voll aufgeht und die Geschichte zusammenhält. Es sind vor allem die Kabbeleien unter den vier Kommissaren, die „Tod und Spiele“ am Ende noch ins Mittelmaß retten. Anteil daran hat auch das neue Teammitglied Rick Okon, der bereits in „Tollwut“ als verdeckter Ermittler auftrat.

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