Eine stümperhafte Entführung

„Tatort„-Kritik: „Der letzte Schrey“

Die Weimarer „Tatort“-Kommissare Dorn und Lessing (Nora Tschirner und Christian Ulmen) haben es in „Der letzte Schrey“ (Pfingstmontag, 20.15 Uhr) mit Mord und einer ziemlich undurchdachten Entführung zu tun.
31.05.2020, 05:00
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„Tatort„-Kritik: „Der letzte Schrey“
Von Alexandra Knief
„Tatort„-Kritik: „Der letzte Schrey“

Die Kommissare Dorn und Lessing ermitteln im neuen Weimarer-Tatort.

Steffen Junghans /MDR /ARD /dpa

Tierfreunde seien vorgewarnt: Der erste, der in dem neuesten „Tatort“ aus Weimar dran glauben muss, ist Schoßhund Ginger. Er wird brutal mit einem Fleischerhammer erschlagen – kurz danach ist sein Frauchen dran, die bekannte Strick-Designerin Marlies Schrey. Ihr Mann Gerd Schrey (Jörg Schüttauf) wird entführt, die Entführer fordern zwei Millionen Euro Lösegeld. Überbringen soll sie der verzweifelte und von seiner Familie nicht gerade geliebte Sohn des Entführten, Maik (Julius Nitschkoff), „Der letzte Schrey“ quasi, und so lautet auch der mehrdeutige Titel des neuesten Falls aus Weimar (Pfingstmontag, 20.15 Uhr, ARD).

Dank dieses Mord-/Entführungsfalls müssen Dorn und Lessing (Nora Tschirner und Christian Ulmen) ihren freien Tag am Tatort verbringen. Der einzige Trost: Die Entführer scheinen alles andere als professionell zu sein, also hoffen die Kommissare zumindest anfangs noch auf einen frühen Feierabend. Der Zuschauer begleitet abwechselnd die Ermittler und die Entführer, kennt also Aufenthaltsort und Gesichter, nicht aber ihr genaues Motiv.

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Leider ist die Auflösung des Falles (Drehbuch: Murmel Clausen; Regie: Mira Thiel) – zumindest in Teilen – früh vorhersehbar, zudem nervt das Overacting von Jörg Schüttauf, das irgendwie so gar nicht zu seiner Rolle passt. Halbwegs ausgeglichen wird dies durch das wie immer liebenswerte Ermittlerpaar Dorn und Lessing sowie ihre skurrilen Kollegen Lupo (Arndt Schwering-Sohnrey) und Stich (Thorsten Merten), die in diesem „Tatort“ erst mit Reisefieber und dann teils mit (Reise)übelkeit zu kämpfen haben.

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