Wie es ihnen gefällt

The Paleo Paranoids veröffentlichen erstes Album

Das Bremer Duo The Paleo Paranoids veröffentlicht sein erstes Album "Cargo", rund ein Jahr lang arbeiteten sie daran. Mittlerweile haben die Paleo Paranoids auch schon erste Anfragen für Live-Auftritte.
12.07.2018, 22:11
Lesedauer: 3 Min
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The Paleo Paranoids veröffentlichen erstes Album
Von Alexandra Knief
The Paleo Paranoids veröffentlichen erstes Album

Björn Göran Detjen (links) und Thomas Schaefer haben ihr erstes Album in Eigenproduktion auf den Markt gebracht.

Thomas Schaefer

"Wenn ich gute Musik hören will, mach ich sie selbst." Ein Satz, der sinngemäß laut Björn Göran Detjen von Prince stammen soll. Vielleicht stammen die Worte aber auch nur aus seinem eigenen Mund, denn genau das ist es, was er und sein Bandkollege Thomas Schaefer machen: Musik, die ihnen selbst gefällt – und im besten Fall natürlich auch noch ein paar anderen Leuten. "Cargo" heißt das Debütalbum des Bremer Duos, das sich den Namen The Paleo Paranoids gegeben hat.

Entstanden ist es in Detjens Keller, denn dort hat sich der Lehrer für Musik und Englisch ein eigenes kleines Studio mit einer breiten Palette an Instrumentarium und professionellem Equipment eingerichtet. Dass Detjen und Schaefer überhaupt zusammengefunden haben, kann als später Zufall bezeichnet werden. Beide sind in Verden aufgewachsen, beide hatten schon immer eine Leidenschaft für Musik und spielten in den 80ern und 90ern in Bands.

Den einen zog es allerdings Richtung Metal, den anderen eher Richtung Punk. "Man kannte sich so vom Sehen", sagt Detjen. Erst 2016 gab es das erste musikalische Aufeinandertreffen. Bei einem Treffen in ihrer alten Heimat an der Aller, bei der mehrere mittlerweile in der Welt verstreute Musiker von früher zusammenkamen, jammten die beiden erstmals gemeinsam und stellten fest: Das harmoniert. Als sich dann auch noch herausstellte, dass es beide mittlerweile nach Bremen verschlagen hat, war die Idee für ein gemeinsames Projekt geboren.

Facettenreicher Stil

Rund ein Jahr lang arbeiteten sie an "Cargo" und das, was dabei herausgekommen ist, lässt sich gar nicht so einfach beschreiben, sind die zehn Tracks doch ein bunter Stilmix fernab jeglicher Mainstreammusik. Nicht immer von Harmonie geprägt, aber dennoch irgendwie stimmig, mixen Detjen und Schaefer diverse stilistische Einflüsse zusammen, die sie im Laufe ihrer musikalischen Karriere geprägt haben.

So kann man sich Schaefers meist sehr dunklen, monotonen Erzählgesang durchaus auch ohne viel Fantasie geschrien in einem Metal- oder New-Wave-Song vorstellen. Alternative und Independent Rock sind laut dem Musiker selbst wohl die Begriffe, die am ehesten anreißen, was sie machen. Aber auch das umfasst ihren facettenreichen Stil nicht ganz. Mal – allein durch die gewählten Instrumente – durchweg dem Rock zuzuordnen, kommt die Musik der Paleo Paranoids auch durchaus jazzig daher, mal stark psychedelisch-experimentell, mal fast verträumt und balladesk, mal elektronisch-düster. Für die Vocals liehen sich Schaefer und Detjen hier und da außerdem die Stimme von Detjens ehemaliger Gastschülerin.

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Es ist Musik, bei der man sich ein wenig einhören muss, bei der es dann aber alleine in den teils kritischen und mit kulturhistorischen Anspielungen versehenen Texten einiges zu entdecken gibt. Vieles bleibt für den Hörer aber auch unentdeckt. Es sei denn, Schaefer verrät ein paar Details: Im Song "Bite The Apple" zum Beispiel ist der Originalsound einer Enigma, einer Rotor-Schlüsselmaschine, die im Zweiten Weltkrieg zur Verschlüsselung des Nachrichtenverkehrs der Wehrmacht verwendet wurde, zu hören; der Song "Funky Beggars" beginnt mit dem original Schiffshorn der Fähre, die zwischen Manhattan und Staten Island pendelt und auch im Text thematisiert wird. Hier irgendein elektronisches Horn vom Keyboard zu verwenden, hätte Schaefer nicht gereicht: "Mir macht es Spaß solche stimmigen und authentischen Sachen einzubauen", sagt er.

Live-Auftritte sind gar nicht so leicht

Mittlerweile haben die Paleo Paranoids auch schon erste Anfragen für Live-Auftritte. Da die zwei allerdings mit mehreren Tonspuren arbeiten und bei ihren Songs teilweise Schlagzeug, Gitarre, Klavier und diverse Bassspuren gleichzeitig einspielen, sind Live-Auftritte gar nicht so leicht. "Selbst nicht, wenn wir samplen", sagt Detjen. "Wir überlegen noch, ob und wie sich dieses Problem lösen ließe."

Bis dahin bleibt der Musikgenuss vom Band. Zu finden ist das Erstlingswerk bei iTunes und Google Play, es kann aber auch bei Spotify oder Deezer gestreamt werden. Außerdem gibt es die von Schaefer grafisch gestaltete CD auf der Homepage des Duos (www.paleoparanoids.de), bei Hot Shot Records in der Knochenhauer Straße, bei EAR Schallplatten im Viertel sowie in Walle beim Logbuchladen und im Brodelpott zu kaufen. Aktuell arbeiten die beiden Musiker bereits an ihrer zweiten CD. Schaefer ist sich sicher: "Wir haben mindestens 3000 Fans da draußen, die wissen nur noch nichts von uns."

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