Satireblatt kündigt Widerstand gegen Verbot des Papst-Titelbilds an

„Titanic“ gegen Heiligen Stuhl

Frankfurt/Main (wk). Das Satiremagazin "Titanic" will das Verbot seines Papst-Titelbildes nicht hinnehmen. Noch vor dem Wochenende werde die Anwältin der "Titanic" Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung des Hamburger Landgerichts einlegen, sagte Chefredakteur Leo Fischer gestern in Frankfurt. Am Vortag hatte die Pressekammer des Gerichts auf Antrag der katholischen Kirche geurteilt, dass das Titelblatt und die Rückseite der aktuellen "Titanic" nicht länger verbreitet werden dürfen. Bei einem Verstoß droht dem Magazin ein Ordnungsgeld von bis zu 250000 Euro.
12.07.2012, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Frankfurt/Main (wk). Das Satiremagazin "Titanic" will das Verbot seines Papst-Titelbildes nicht hinnehmen. Noch vor dem Wochenende werde die Anwältin der "Titanic" Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung des Hamburger Landgerichts einlegen, sagte Chefredakteur Leo Fischer gestern in Frankfurt. Am Vortag hatte die Pressekammer des Gerichts auf Antrag der katholischen Kirche geurteilt, dass das Titelblatt und die Rückseite der aktuellen "Titanic" nicht länger verbreitet werden dürfen. Bei einem Verstoß droht dem Magazin ein Ordnungsgeld von bis zu 250000 Euro.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hält zur "Titanic". Die gerichtliche Verfügung gegen das Papst-Titelbild sei überzogen, kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Auch der Papst muss sich Satire gefallen lassen." Benedikt XVI. werde von "Titanic" als Sinnbild der "Vatileaks"-Affäre dargestellt. "Das ist legitim", sagte Konken weiter. "Über Geschmack lässt sich streiten, aber die Darstellung fällt unter die Freiheit der Satire."

Die "Titanic" hatte unter dem Titel "Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!" den Papst von vorn und hinten gezeigt – einmal mit gelbem, einmal mit braunem Fleck auf der Soutane. In der Enthüllungsaffäre waren geheime Dokumente aus dem Vatikan publik geworden.

Das Magazin will den Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung damit begründen, dass der Papst das Bild missverstanden habe. "Man kann das Titelbild gar nicht anders deuten als wir das tun: Wir feiern mit dem Papst das Ende der Vatileaks-Affäre. Dabei verschüttet er Limonade auf seine Soutane", sagte Fischer. Auf ihrer Internetseite lieferte die "Titanic" das Bildmaterial dazu. Das alte Cover wurde geschwärzt, ein neuer Titel eingesetzt: Dort jubelt und kleckert der Papst mit zwei Limonadenflaschen. Ansonsten freue sich die Redaktion, dass der Vatikan so spät gegen das Juli-Heft vorgegangen sei. Die Abo-Auflage (rund 20000 Exemplare) sei bereits versendet, fast die komplette Kiosk-Auflage (bis zu 70000 Heften) verkauft.

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