Theater

„Ui Ui Ui“ lässt Blumen sprechen

Mit einer Brecht-Adaption hat das Theater 11 die Spielzeit eröffnet. Das Ensemble glänzt mit einer gewitzten Travestie des Stücks „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“. Launiger Titel: „Ui Ui Ui“.
10.08.2017, 18:03
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
„Ui Ui Ui“ lässt Blumen sprechen
Von Hendrik Werner

Bremen. Blumen statt Blumenkohl: Das Theater 11 hat Bertolt Brechts auf den Nationalsozialismus gemünzte Parabel „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ (1941) pointiert abgewandelt, angemessen gekürzt, gewitzt ausgeschmückt – und mit trefflichen Anachronismen ausgestattet. Vor die zeitlose Moral – „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!“ – hat der junge Filmemacher Dominic Stermann, der sein Debüt als Theaterregisseur auf eine unterhaltsame Stunde begrenzt, blumige wie blümerante Szenen gesetzt: Maciej Tyrakowski antichambriert und indoktriniert virtuos als Titelheld der rasanten Revue „Ui Ui Ui“.

Michael Alexandrovsky als findiger Vertrauter, der für Uis Bewegung ein Logo und eine typische Handbewegung ausheckt, hat hoch komische Auftritte. Auch die weiteren Akteure – Ben Gers, Klaus Hunze, Alexandra Schewelew und Azad Kour – gefallen in einem kurzweiligen Szenenreigen, der Slapstick und politische Anspielungen (Trump – „Wir machen den Blumenhandel groß erneut“ –, Björn Höcke und Konsorten) zu einem stimmigen Ganzen verbindet.

Musik gibt es auch: Begleitet von David Merz singt Bianca Paloma Marstaller den Knef-Klassiker vom Rosenregen. Viel Applaus und politisch neutrale Blumen belohnen die ansehnliche Ensembleleistung.

Weitere Aufführungen: 12. und 13. August, jeweils um 19.33 Uhr. Faulenstraße 44-46.
Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+