Übersee-Museum an der Spitze Viele Bremer Museen verzeichnen mehr Besucher

Einige Bremer Museen schreiben Rekordzahlen, andere bleiben unter den Erwartungen. Zwar verzeichnen Übersee-Museum, Focke-Museum und Weserburg mehr Besucher. Doch insgesamt sind die Besucherzahlen rückläufig.
22.03.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Viele Bremer Museen verzeichnen mehr Besucher
Von Uwe Dammann

Einige Bremer Museen schreiben Rekordzahlen, andere bleiben unter den Erwartungen. Zwar verzeichnen Übersee-Museum, Focke-Museum und Weserburg mehr Besucher. Doch insgesamt sind die Besucherzahlen rückläufig.

Spitzenreiter bei den Besuchszahlen der Museen in der Stadt Bremen waren im Jahr 2015 das Übersee-Museum und die Kunsthalle. Aus Sicht der Kulturbehörde sei dabei positiv hervorzuheben, dass beide neue Besuchergruppen unterschiedlicher Generationen gewinnen konnten. Das Übersee-Museum und die Kunsthalle gehören laut dem Institut für Museumsforschung zu den am besten besuchten Museen in Deutschland. „Es freut mich besonders, dass unsere Häuser mutige Schritte wagen, um Profile zu entwickeln, die langfristig auch für die jüngere Generation attraktiv sind“, sagte Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz.

Eine leichte Zunahme der Besuchszahlen erreichte das Übersee-Museum, es kam im Jahr 2015 auf 102 760 Besuche und damit auf 804 mehr als 2014. Weniger Besuche verzeichnete die Kunsthalle: Statt 137 049 in 2014 wurden im vergangenen Jahr 102 000 registriert. Damit erreichte die Kunsthalle die eigenen hohen Erwartungen hinsichtlich der Besuchszahlen und Einnahmen nicht, heißt es in der Mitteilung der Behörde. 2012 hatte die Kunsthalle mit der seinerzeit viel beachteten Edvard Munch-Ausstellung sogar noch 180 000 Besucher zu verzeichnen. Schon 2014, als die Kunsthalle, die Ausstellung „Sylvette, Sylvette, Sylvette – Picasso und das Modell“ zeigte, waren lediglich 137 049 Besucher gezählt worden.

Das Focke-Museum, das wie berichtet, Umbaupläne hegt, zählte im vergangenen Jahr 41 395 Besuche. Das sind über 4000 mehr als im Jahr 2014. Erfreulich sei auch, dass die Weserburg-Museum für moderne Kunst mehr Besuche verzeichnete, und zwar 38 293 statt 29 409, heißt es in der Mitteilung der Kulturbehörde. Wie mehrfach berichtet, war das Museum im vorigen Jahr immer wieder in die Schlagzeilen geraten, weil eine Verkleinerung des Museums diskutiert wird. Die Weserburg hatte dann mit einem neuen Ausstellungskonzept, in dem so genannten Junge Sammlungen im Vordergrund stehen, einige viel beachtete Schauen organisiert. Unter anderem erwies sich auch die Ausstellung „Land in Sicht“ mit Bildern aus 400 Jahren Landschaftsmalerei als wahrer Publikumsmagnet.

Besucherzahlen rückläufig

Insgesamt täuschen die positiven Zahlen für einzelne Häuser allerdings nicht darüber hinweg, dass die Besuchszahlen in der Stadt Bremen 2015 insgesamt deutlich rückläufig waren, statt 450 946 in 2014 lagen sie 2015 bei 387 376. Dieser Rückgang ist vor allem auf zwei Einrichtungen zurückzuführen, teilt die Kulturbehörde mit: auf die Kunsthalle und das Schulmuseum. Letzteres hatte 2014 mit einer eintrittsfreien Sonderausstellung in der Unteren Rathaushalle insgesamt 40 857 Besuche verzeichnet. 2015 ging die Anzahl dann wieder auf einen üblichen Wert zurück und lag bei 9715. Der Rückzug der Wirtschaftsförderung Bremen (WfB) aus dem Wilhelm Wagenfeld Haus führte dazu, dass hier weniger Sonderausstellungen gezeigt und über 4000 Besuche weniger gezählt wurden. Beim Gerhard-Marcks-Haus erklärt sich die Abnahme der Besuchszahlen von 15 201 im Jahre 2014 auf 9580 im Jahre 2015 durch die renovierungsbedingte Schließung des Hauses. Das Bremer Dom-Museum verzeichnete dagegen einen positiven Zuspruch und steigerte die Besucherzahlen auf 36 790.

In Bremerhaven nahmen die Besuchszahlen der Museen zu, sie steigerten sich von 370 544 auf 399 903. Das Deutsche Schiffahrtsmuseum erreichte mit 104 214 statt 90 065 Besuchen einen deutlichen Zuwachs, das Historische Museum Bremerhaven legte von 18 106 auf 23 671 zu. Das Auswandererhaus verzeichnete mit 171 620 Besuchern in etwa den gleichen Zuspruch wie im Vorjahr. Immerhin noch knapp 80 000 Besucher kamen in das U-Boot-Museum Wilhelm Bauer.

Sonderausstellungen locken Besucher

Das große Interesse an den Museen sei in Deutschland ungebrochen, schreibt das Institut für Museumsforschung in seiner vor kurzem vorgelegten Auswertung der Besuchszahlen für das Jahr 2014. In der Untersuchung heißt es, dass vor allem Sonderausstellungen und eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zu einer Steigerung der Besuchszahlen führten. So ist auch die Stabilisierung des Übersee-Museums zu erklären, das den Prozess der Neuaufstellung erfolgreich abgeschlossen hat. Die Konzentration auf das neue Leitbild Faszination Ferne wird von den Gästen honoriert. Eine Befragung der Besucher und Besucherinnen hat ergeben, dass wieder mehr Familien aus Bremen in das Übersee-Museum kommen und sehr zufrieden mit dem Angebot sind.

Die Kunsthalle hat für sich ebenfalls ein neues Leitbild entwickelt, um sich als Museum des 21. Jahrhunderts zu positionieren. Das Haus will sich noch stärker öffnen und als Ort des gesellschaftlichen Diskurses profilieren. Zudem sollen neue Arten der ­Präsentation und der Vermittlung, neue ­Kooperationen mit der regionalen und überregionalen Kunst- und Kreativszene und neue Möglichkeiten der medialen Darstellung geboten werden.

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