VON HENDRIK WERNER Virtualität

In der Metropolregion ist auch und gerade in kultureller Hinsicht so manches virtuell, was anderenorts handfest gerät. So leistet das virtuelle Bremer Literaturhaus zwar gute Vermittlungsarbeit, hat aber naturgemäß jenseits des weltweiten Netzes keinen Ort. Oldenburg wiederum hat zwar – immerhin! – einen Stadtschreiber, der ein sogenanntes BLogbuch führt. Allein: Wie sein Vorgänger Tilman Rammstedt hat auch der aktuelle Amtsinhaber Gregor Sander nicht etwa Quartier in der kunstsinnigen Residenzstadt bezogen, sondern erledigt die Schreibarbeiten schnöde von seinem Berliner Domizil aus.
24.07.2012, 05:00
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In der Metropolregion ist auch und gerade in kultureller Hinsicht so manches virtuell, was anderenorts handfest gerät. So leistet das virtuelle Bremer Literaturhaus zwar gute Vermittlungsarbeit, hat aber naturgemäß jenseits des weltweiten Netzes keinen Ort. Oldenburg wiederum hat zwar – immerhin! – einen Stadtschreiber, der ein sogenanntes BLogbuch führt. Allein: Wie sein Vorgänger Tilman Rammstedt hat auch der aktuelle Amtsinhaber Gregor Sander nicht etwa Quartier in der kunstsinnigen Residenzstadt bezogen, sondern erledigt die Schreibarbeiten schnöde von seinem Berliner Domizil aus.

Derart trendbewusst will sich in Zeiten der Entmaterialisierung beinahe aller Medien (Stichwort Digitalisierung) auch Bremen geben. Daher sind jetzt Jobs für gleich mehrere "moderne Stadtschreiber" ausgelobt worden, die Beobachtungen über die "Liebenswürdigkeit der Stadt" und deren Bewohner über den Kurznachrichtendienst Twitter in den Rest der Welt hinauszwitschern sollen. Bewerben können sich alle der englischen Sprache mächtigen Lokalpatrioten mit entsprechendem Sendungsbewusstsein im Internet (www.iambremen.wordpress.com).

Virtualität, mir graut’s vor dir.

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