Bremer Theater

Vorhang zu für die Seebühne

Bremen. Das Bremer Theater wird auf der Seebühne keine Veranstaltungen mehr als Betreiber verantworten. Das hat der Aufsichtsrat des Theaters einstimmig beschlossen. Nun wird geprüft, ob private Anbieter übernehmen können.
07.09.2010, 10:42
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Vorhang zu für die Seebühne
Von Iris Hetscher

Bremen. Das Bremer Theater wird auf der Seebühne keine Veranstaltungen mehr als Betreiber verantworten. Das hat der Aufsichtsrat des Theaters einstimmig beschlossen. Nun wird geprüft, ob private Anbieter übernehmen können.

Der Beschluss hatte sich bereits im August abgezeichnet nachdem klar geworden war, dass die "Turandot"-Inszenierung ein Defizit von 240.000 Euro hinterlassen hatte - 8000 Zuschauer weniger als noch 2009 bei "Aida" hatten die Oper gesehen. Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz (SPD) kündigte als Konsequenz an, sie wolle dem Aufsichtsrat des Theaters empfehlen, die Seebühne nicht weiter zu bespielen.

Das endgültige Aus für die Seebühne muss dies allerdings nicht bedeuten. Die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) soll nun prüfen, ob man die Spielstätte durch einen privaten Investor weiterbetreiben lassen könne, erklärt Holger Bruns, Sprecher von Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD). Klare Vorgabe dabei: "Die öffentliche Hand soll nicht belastet werden, das Risiko möglicher weiterer Inszenierungen muss privat abgedeckt werden."

Der ehemalige Intendant des Bremer Theaters, Hans-Joachim Frey, sollte die Bühne nach den ursprünglichen Plänen auch noch in den kommenden beiden Jahren bespielen. Für 2011 war bereits eine Inszenierung der Oper "Carmen" von Georges Bizet angekündigt worden. Nach wie vor unklar ist, ob Frey für 2011 und 2012 Honorar erhält: Sein Auflösungsvertrag mit dem Theater unterliegt der Geheimhaltung - die Kulturbehörde äußert sich nicht dazu.

Zum ersten Mal war der Veranstaltungsort 2008 am Weserufer aufgebaut worden. Im vergangenen Jahr hatten 30.000 Besucher "Aida" gesehen - Frey konnte ein Plus von 50.000 Euro vermelden. Das diesjährige Defizit hatte er mit dem schlechten Wetter und der Fußball-WM begründet.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+