Was guckst du

„Auch als Polizist kann man über sich selbst lachen“

Jamal Rossol, Streifenpolizist in Bremen, erzählt was er nach dem Feierabend gerne schaut, erzählt von seinem Musikgeschmack und warum Humor wichtig ist.
14.10.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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„Auch als Polizist kann man über sich selbst lachen“
Von Maurice Arndt
„Auch als Polizist kann man über sich selbst lachen“

Streifenpolizist Jamal Rossol schaut Filme meistens auf Blu-Ray und hört auch gerne Songs lokaler Bands.

Andreas Wagner
Privat fällt sie regelmäßig: die Frage „Was guckst du gerade so?“. Jetzt stellen auch wir sie. In unserer neuen Serie wollen wir von Bremerinnen und Bremern wissen, welche Filme oder Serien, Bücher oder Magazine, Podcasts oder Alben sie empfehlen können.Herr Rossol, was gucken Sie aktuell?

Jamal Rossol: Die Serie „How to sell drugs online (fast)“. Immer wieder gucke ich auch „Modern Family“ oder Dokus auf Youtube.

Was macht „Modern Family“ für Sie aus?

Es ist nicht wahnsinnig anspruchsvoll, und man kann es immer wieder unterbrechen. Das ist ideal, wenn ich morgens von der Nachtschicht komme und mich berieseln lassen will. Im Zweifel kann ich dabei einschlafen.

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?

Filme habe ich schon lange nicht mehr geguckt...

.. aber über einen Film müssen wir trotzdem kurz sprechen: „Police Academy“ – Top oder Flop?

Top! Finde ich lustig, habe ich aber lange nicht gesehen. Warum sollte ich ihn auch nicht mögen? Auch als Polizist kann man über sich selbst lachen.

Wer ist ihr Lieblingsschauspieler?

Christian Bale hat mir gut in den alten „Batman“-Filmen gefallen, aber auch in „The Fighter“.

Wann mussten Sie zuletzt bei einem Film oder einer Serie laut lachen?

Mehrmals bei „How to sell drugs online (fast)“, sogar wenn ich alleine bin. Ich frage mich, ob das normal ist. Aber ich habe mir sagen lassen, dass das auch anderen passiert.

Muss es immer ein Happy End geben?

Ich kann auch damit leben, wenn es ein schlechtes Ende nimmt.

Und wie steht es um Cliffhanger?

Die mag ich gar nicht! Die Serie „Better call Saul“ hatte einen wahnsinnigen Cliffhanger in der ersten Staffel. Ich konnte es kaum aushalten, bis es weiter ging. Da war ich fast ein bisschen sauer.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

„Der Schamane“, die Fortsetzung meines Lieblingsbuches, „Der Medicus“.

Was gefällt Ihnen an der Reihe?

Es spielt in verschiedenen Epochen. Im ersten Teil, dem Medicus, geht es um einen englischen Arzt, der in den Orient reist, um Mediziner zu werden. Er ist konfrontiert mit Religionen und den Problemen der damaligen Zeit. Das ist so fesselnd geschrieben, das fasziniert mich.

Welches Buch hat sie geprägt?

„Wer den Wind sät“ von Michael Lüders. Da geht es um die Konflikte im Nahen Osten, und wie politische Entscheidungen dazu geführt haben, dass sich Terrorzellen gebildet haben. Das hat mir ein Gespür dafür gegeben, dass Dinge auf der Welt zusammenhängen und Entscheidungen weitreichende Folgen haben.

Welche Musik hören Sie?

Querbeet. Unter anderem Oldschool-Hip-Hop, Rock und seit einiger Zeit lokale Musik. Meine Bremer Lieblingsband ist Anne.fuer.sich, auch Boranbay mag ich. Häufig höre ich Musik im Auto oder beim Kochen.

Wenn Sie Ihren Spotify-Account durchstöbern, welche Songs hören Sie da immer wieder?

Unter anderem Michael Jacksons „Dirty Diana“, von Annenmaykantereit „Ausgehen“, von Apache 207 „Bläulich“, von Anne.fuer.sich „230°“ und „Forget about Dre“ von Dr. Dre und Eminem.

Hören Sie Podcasts?

Regelmäßig, vor allem „Zeit Verbrechen“. Da geht es um Kriminalgeschichten, die finde ich wahnsinnig interessant – gerade alte Bremer Fälle. Lustig ist: Es gibt ältere Kollegen, die sich an diese Fälle erinnern.

Wenn Sie es sich aussuchen könnten: Wer würde Ihre Biografie schreiben?

Felix Lobrecht könnte die gut schreiben. Wenn es dazu noch ein Hörbuch geben würde, sollte es SSIO einsprechen.

Wer würde in einem Film über Sie, die Hauptrolle spielen?

Ganz klar, mein Lieblingsschauspieler, Christian Bale.

Das Gespräch führte Maurice Arndt.
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