Weserburg, Kunsthalle, Focke-Museum

Was in Bremer Museen saniert und renoviert werden muss

Viele Bremer Museen haben den bisherigen Lockdown für kleinere Renovierungsarbeiten genutzt. Doch in einigen Häusern gibt es auch umfassenderen Sanierungsbedarf.
29.01.2021, 05:00
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Was in Bremer Museen saniert und renoviert werden muss
Von Alexandra Knief
Was in Bremer Museen saniert und renoviert werden muss

Eigentlich sollte die Weserburg schon vor Jahren saniert werden.

Frank Thomas Koch

Die Türen sind zu, einige Aufgaben sind auf Eis gelegt. Viele Bremer Museen haben die Zeit genutzt, um kleinere Renovierungs- und Sanierungsarbeiten im Haus zu erledigen. Doch nicht alles kann spontan umgesetzt werden. Wie lange so eine Planungsphase dauern kann, zeigt sich am Beispiel der Weserburg , Museum für moderne Kunst.

Schon 2006 hieß es, die Bausubstanz des Gebäudes auf dem Teerhof bereite Kopfschmerzen; eine baldige Sanierung, vor allem des Fundaments, sei notwendig. Jahrelang wurde sogar nach einem alternativen Standort für die Weserburg gesucht, 2018 wurde offiziell bestätigt: Das Museum bleibt. Saniert worden ist allerdings immer noch nicht, und das wird, wie aktuelle Gespräche zwischen dem Museum und dem Senator für Kultur ergeben haben, noch eine Weile so bleiben. „Vor 2024 wird da wohl nichts passieren“, sagt Jan Harriefeld, Sprecher der Weserburg. Die Sanierung müsse auch in den Zeitplan von Immobilien Bremen passen; hier wurden für die Sanierung vor Jahren 2,5 Millionen Euro veranschlagt. Alles, was zusätzlich in den Bereich „Modernisierung“ fällt – der Zugang, die Gestaltung der Räume, Lager, Fahrstuhl, Treppenhaus - müsse das Museum selbst finanzieren. Dabei hofft die Weserburg auf die Unterstützung von Senat, Bund und privaten Investoren. „Bis September wollen wir für die Modernisierung eine Machbarkeitsstudie erstellen“, sagt Harriefeld.

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Die Museen Böttcherstraße haben den Lockdown für Parkettarbeiten und neue Anstriche genutzt. „Allerdings machen es die Schließungen nicht unbedingt möglich, größere Arbeiten durchzuführen, da eine längerfristige Planbarkeit ja nicht gegeben ist“, sagt Pressesprecherin Claudia Klocke. „Wir wollen jederzeit bereit sein, unsere Türen wieder für den Publikumsverkehr zu öffnen.“

Die Kunsthalle wurde 2011 nach einer umfassenden Sanierung wieder eröffnet. Seitdem haben laut Direktor Christoph Grunenberg mehr als eine Million Menschen das Museum besucht. Das hinterlasse Spuren. „Die Schließzeit im Frühjahr 2020 wurde dazu genutzt, die Parkettböden und Treppenhäuser zu überarbeiten“, sagt Grunenberg. Außerdem hat die Kunsthalle ihren Museumsshop umgestaltet. Dringend renoviert werden müsse laut Grunenberg die Treppe vorm Eingang. Den Umbau müsse man mit dem Denkmalschutz absprechen und man brauche ­„finanzielle Mittel, die dem Kunstverein auch vor dem aktuellen Hintergrund nicht zur Verfügung stehen.“ Schon vor dem Lockdown habe man in der Kunsthalle mit der Ausarbeitung eines neuen Wegeleitsystems begonnen, das im November installiert wurde. Zudem sind die sanitären Einrichtung im Untergeschoss des Hauses ab sofort All-Gender-­Toiletten.

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Im Wilhelm-Wagenfeld-Haus hat man während des Lockdowns das Digitalisierungsprojekt vorangetrieben und sich unter anderem um neues WLAN gekümmert. Was größere Arbeiten angeht, herrsche seit einigen Jahren ein Sanierungsstau. So habe sich eine Renovierung der Museumsfassade durch Immobilien Bremen immer wieder verschoben, wie Museumssprecherin Kathrin Hager sagt.

Auch der Zustand des Übersee-Museums liegt in den Händen von Immobilien Bremen. Das nächste größere Projekt stehe 2022/23 mit der Erneuerung der Glasscheiben im ersten Lichthof an. „Da regnet es durch“, so Museumsdirektorin Wiebke Ahrndt. Bisher aber glücklicherweise nicht auf die Exponate. Man wolle die notwendigen Arbeiten mit der neuen Ozeanien-Ausstellung umsetzen und den Zeitpunkt nutzen, wenn der Lichthof dafür freigeräumt werden muss.

Im Focke-Museum stehen 2023 größere Umbauarbeiten an, die, so Anne-Katrin Endler aus der Pressestelle, nicht vorgezogen werden können. Für den Umbau und die Neuausrichtung der Dauerausstellung wird das Museum ab 2023 für zweieinhalb Jahre komplett geschlossen. „Wir nutzen die Zeit gerade aber für kleinere Renovierungsarbeiten“, so Endler.

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