„Zahl, was du willst“ Weserburg auf Spendenbasis

Gäste der Großen Kunstschau in Worpswede und des Museums Weserburg in Bremen können künftig an den anstehenden vier Adventssonntagen den Eintritt selbst bestimmen.
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Gäste der Großen Kunstschau in Worpswede und des Museums Weserburg in Bremen können künftig an den anstehenden vier Adventssonntagen den Eintritt selbst bestimmen und damit entscheiden, was ihnen der Besuch und somit was ihnen das Anschauen von Kunst wert ist. „Die Museen möchten damit die Hemmschwelle für einen Besuch so weit wie möglich senken“, sagt der Geschäftsführer der Kunstschau, Philipp Stanehl. Weserburg-Direktor Peter Friese ergänzt, Kunst solle allen Menschen zugänglich sein, „unabhängig von Geldbeutel, Herkunft oder Vorbildung“.

Kommentar: Zu viele offene Fragen

„Zahl, was du willst“ ist ein Konzept, das unter dem Namen „pay what you want“ im englischsprachigen Raum entwickelt wurde. In der Kunstschau sind derzeit „Worpsweder Köpfe“ zu sehen, wobei der berühmte „Sommerabend“ von Heinrich Vogeler (1872-1942) im Mittelpunkt steht. Die Weserburg zeigt mehrere Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst, unter anderem Werke von Meisterschülern der Hochschule für Künste (Hfk) Bremen. Die Frage: „Was kostet der Eintritt?“ wird durch die freundliche Frage: „Wie viel möchten Sie zahlen?“ ersetzt.

Der Geschäftsführer der Großen Kunstschau, Philipp Stanehl, erhofft sich von der Aktion einen größeren Bekanntheitsgrad für die Worpsweder Museen. „Gerade für Worpsweder oder Gäste, die bisher noch nicht in der Großen Kunstschau waren, möchten wir die Hürde des Eintrittspreises nehmen und ihnen zeigen, was unser Haus alles zu bieten hat“, so Stanehl. „Ich bin mir sicher, unsere treuen Besucher werden wissen, was Ihnen die Weserburg wert ist“, sagt Peter Friese, Direktor der Weserburg.

Zukunft für die Weserburg

Obwohl die Aktion für die Besucher einen positiven Effekt hat, ist sie gleichwohl nicht unumstritten. Schließlich schrumpft der Kulturetat der öffentlichen Haushalte derzeit, so dass die Kulturhäuser jede Einnahme gebrauchen könnten. Da drängt sich schon die Frage auf, warum die Häuser in der angespannten finanziellen Situation so ein Angebot machen.

Dietrich Reusche, Pressesprecher der Weserburg, weißt diese Kritik zurück. „Es gibt Beispiele aus anderen Häusern, dass keine wesentlichen Mindereinnahmen zu erwarten sind“, sagt Reusche. Außerdem gebe es in der Weserburg immer mal wieder großzügige Spender, die größere Scheine in die aufgestellte Spendendose werfen. Dietrich Reusche verspricht sich ebenfalls einen größeren Werbewert für das eigene Haus, zumal an den Adventssonntagen angesichts der Konkurrenz der Weihnachtsmärkte nur wenige Besucher Museen aufsuchen. „Vielleicht können wir das durch die Aktion ändern“, sagt er.

Obendrein sei die gesamte Aktion eine Art Testballon, die Erkenntnisse daraus sollen wissenschaftlich von einer Studiengruppe der Hochschule Bremen ausgewertet werden.

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