Bremer Rathaus Yfaat Weiss bekommt Hannah-Arendt-Preis

Bremen. Die israelische Historikerin Yfaat Weiss hat am Freitagabend den Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken erhalten. Die mit 7500 Euro dotierte Auszeichnung wurde der 1962 in Haifa geborenen Autorin im Bremer Rathaus überreicht.
07.12.2012, 19:17
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Bremen. Die israelische Historikerin Yfaat Weiss hat am Freitagabend den Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken erhalten. Die mit 7500 Euro dotierte Auszeichnung wurde der 1962 in Haifa geborenen Autorin im Bremer Rathaus überreicht. Nüchtern wie akribisch rekonstruiere Yfaat Weiss den Verlauf von Enteignungen, Vertreibungen und Inbesitznahmen in Israel und ihre Auswirkungen auf das kollektive Gedächtnis der verschiedenen Gruppen, urteilte eine internationale Jury. Ihre Studien zu Vertreibung und Erinnerung hätten nicht nur in Israel Aufmerksamkeit erregt.

Die deutsche Übersetzung ihres Buches "Verdrängte Nachbarn. Wadi Salib - Haifas enteignete Erinnerung" ist in diesem Jahr erschienen. Darin schildert Weiss die Vertreibung arabischer Einwohner während des Krieges 1948 und die Proteste marokkanischer Juden 1959 in Wadi Salib, dem ehemaligen Armenviertel Haifas. Die Historikerin ist Professorin am Fachbereich für jüdische Geschichte und zeitgenössisches Judentum an der Hebräischen Universität in Jerusalem und leitete von 2008 bis 2011 unter anderem die dortige Fakultät für Geschichte. Der Preis ist nach der aus Hannover stammenden deutsch-jüdischen Denkerin Hannah Arendt (1906-1975) benannt. Er wird seit 1995 von der Hansestadt und der Heinrich Böll Stiftung jährlich vergeben. Geehrt werden laut Satzung Menschen, die das "Wagnis Öffentlichkeit" angenommen haben und das Neuartige in einer scheinbar sich linear fortschreibenden Welt denkend und handelnd erkennen und mitteilen.

Zu den bisherigen Preisträgern zählen Bundespräsident Joachim Gauck in seinem damaligen Amt als Stasi-Unterlagen-Beauftragter, die Grünen-Politiker Antje Vollmer und Daniel Cohn-Bendit sowie unter anderen die 2011 gestorbene russische Menschenrechtlerin Jelena Bonner. (dpa)

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