Barock-Consort spielt drei Bach-Kantaten im Dom Zeit zum Nachdenken

Bremen. Auch das dritte Kerzenlichtkonzert im Dom war bestens besucht; das Bedürfnis nach Spiritualität und einer kurzen Auszeit vom üblichen Vorweihnachtsrummmel ist offensichtlich groß. Chor und Orchester des Bremer Barock-Consorts unter der zuverlässigen Stabführung von Detlef Bratschke hatten drei Bach-Kantaten mit direktem Bezug zum Weihnachtsfest ausgewählt.
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Von Gerd Klingeberg

Bremen. Auch das dritte Kerzenlichtkonzert im Dom war bestens besucht; das Bedürfnis nach Spiritualität und einer kurzen Auszeit vom üblichen Vorweihnachtsrummmel ist offensichtlich groß. Chor und Orchester des Bremer Barock-Consorts unter der zuverlässigen Stabführung von Detlef Bratschke hatten drei Bach-Kantaten mit direktem Bezug zum Weihnachtsfest ausgewählt.

Die Kantate „Sehet, welch eine Liebe“ BWV 64 bot mit ihrer weltabgewandten, von Himmelssehnsucht durchdrungenen Aussage beseelte, nachdenkenswerte Momente. Durch rhythmisch exakt gesungene Koloraturen, klare Artikulation und deutliche Akzentsetzungen präsentierten sich Chor und Chorsolisten trotz der akustisch schwierigen Verhältnisse auf dem Hochchor mit einem Optimum an Transparenz; die akkurate Spielweise und das ausgewogene Klangbild des Orchesters unterstrichen diesen hervorragenden Eindruck.

Präzision und intensiver Zwerchfelleinsatz waren auch gefordert bei der Kantate „Unser Mund sei voll Lachens“ BWV 110, für deren Eingangssatz Bach den Titel in typischen barocken Affekten und aufwendiger Orchestrierung vertont hat. Die ungetrübt frohgemute Stimmung dieser liturgischen Lachtherapie wirkte mit schwungvollen Pauken- und Trompeteneinsätzen geradezu ansteckend. Das „Ehre sei Gott“, das Bach nicht für große Chorbesetzung, sondern als schlichtere Sopran-Tenor-Arie vorgibt, intonierten die Solisten mit innig warmer Stimmgebung; umso markanter kontrastierte der emphatische Weckruf zum Gotteslob in der folgenden Bassarie „Wacht auf!“. Das triumphierende Chor-Fortissimo war dem finalen „Alleluja“-Choral vorbehalten. Der kraftvolle, gleichwohl herzerwärmende Jubelgesang samt angemessen glorioser Orchesterbegleitung setzte sich eindrucksvoll fort mit dem „Gloria in excelsis Deo“ BWV 191, einer lateinischen Kantate zum ersten Weihnachtstag, die sich mit etwas anderem Text nahezu identisch in der h-Moll-Messe wiederfinden lässt. Herzlicher Applaus für eine wunderschöne Einstimmung auf das große „Fest der Liebe“.

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