Bremen-Nord Kulturbetrieb schreibt schwarze Zahlen

Bremen-Nord. Der Kulturbetrieb in Bremen-Nord schreibt schwarze Zahlen. 2009 hat der Betrieb mit gut 1500 Euro abgeschlossen. Dabei ist das neue Programm der Nordbremer Kultureinrichtungen auf mehr als 150 Veranstaltungen auf 60 Seiten gewachsen.
18.08.2010, 06:00
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Kulturbetrieb schreibt schwarze Zahlen
Von Patricia Brandt

Bremen-Nord. Der Kulturbetrieb in Bremen-Nord schreibt schwarze Zahlen. Jedenfalls seit das Kulturbüro die Fäden zieht. 2009 hat der Betrieb mit gut 1500 Euro abgeschlossen. Dabei ist das neue Programm der Nordbremer Kultureinrichtungen auf mehr als 150 Veranstaltungen auf 60 Seiten gewachsen. 'Im Prinzip kann man an jedem zweiten Abend in Bremen-Nord eine kulturelle Veranstaltung besuchen', sagt der Programmplaner des Kulturbüros, Malte Prieser.

Als Rita Frische 2007 die Geschäftsführung über das Büro übernahm, waren die vier großen örtlichen Kultureinrichtungen, Bürgerhaus, Kito, Overbeck-Museum und Kulturbahnhof, noch skeptisch, was eine gemeinsame Programmplanung anging. 'Ecken und Kanten gibt es noch', sagt Frische. 'Doch der Zusammenschluss der Kultureinrichtungen hat sich weiter positiv entwickelt.' Die gemeinsame Programmplanung mit entsprechenden Personal-Plänen berücksichtige nicht nur das Profil der jeweiligen Einrichtung, sondern sorge auch für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltungen. Die Zahlen sprächen für sich.

Mehr als 600.000 Euro hat das Kulturbüro im vergangenen Jahr laut Geschäftsbericht erwirtschaftet. Dazu kamen Zuschüsse in Höhe von rund 650.000 Euro. Weitere rund 40.000 Euro wurden als Projektmittel eingeworben, fast 6500 Euro kamen an Spendengeld zusammen. Bei den Ausgaben stellen mit mehr als 520.000 Euro die Gehälter den größten Brocken dar. Dazu kommen Wareneinkauf, Bewirtschafts- und andere Kosten.

70 bis 80 Eigenveranstaltungen organisiert das Kulturbüro nach eigenen Angaben pro Jahr. Bei allen Veranstaltungen frage das Kulturbüro 'Trägt sich das allein?' Rita Frische spricht von 'knallharten Verhandlungen', was Gagen betreffe. Nur, wenn es um Exklusiv-Auftritte wie Sissi Perlingers Kabarettabende im Kulturbahnhof ginge, zeigt sich das Frische-Büro großzügiger: 'Wenn wir wissen, das Ganze spielt nicht in der Innenstadt - dann lassen wir uns das ein paar hundert Euro mehr kosten.'

Das Kulturbüro meldet steigende Besucherzahlen. Enormen Zuspruch konnte demnach das auch das Overbeck-Museum, insbesondere durch seine Sonderausstellung um Fritz Overbeck, mit 7500 Besuchern für sich verbuchen. Im Kulturbahnhof seien fast 8000 Gäste gezählt worden, berichtet Frische. Allein die Break-Out-Revival-Party im März habe 1500 Besucher angelockt. 'Das wohl größte Highlight war der Auftritt von Paul Kuhn im ausverkauften Veranstaltungsraum des Kito.' Doch auch Künstler wie Comedian Kalle Pohl oder Hans Scheibner hätten viele Besucher gelockt, insgesamt 6341 Zuschauer. 'Man muss nicht immer junge Leute auf der Bühne haben, um junge Leute im Publikum zu haben', sagt Prieser.

Erfolgreich fortgesetzt worden sei auch die Arbeit im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus mit 179.000 Besuchern. 'Der wirtschaftliche Bereich verzeichnete dabei eine positive Entwicklung', heißt es im Geschäftsbericht. Neben hauseigenen Veranstaltungen wie die Weihnachtsgala seien hier Ausstellungen und Gruppentreffen und Konzerte angeboten worden.

Der halbjährlich erscheinende Veranstaltungs-Kalender des Kulturbüros habe sich fest etabliert und sei meist nach kurzer Zeit schon vergriffen, heißt es beim Kulturbüro. Neue Kulturpartner würden inzwischen ihr Programm in dem Heft veröffentlichen. Darunter das City Marketing Vegesack und Stadtteil-Bibliothek Vegesack. Mit der Neuauflage startet auch die neue Spielzeit mit rund 150 Veranstaltungen. 'Sie beginnt mit dem Jubiläumsprogramm im Kito anlässlich 20 Jahre Kultur im Alten Packhaus', berichtet Programmplaner Prieser. Aus jeder Sparte sei im Jubiläumsmonat September etwas dabei. Die Bandbreite reicht vom Comedy Club von Bremen Vier über eine Lesung Günther Wallraffs bis hin zum Jazz-Festival.

Die Qualität der Veranstaltungen des Kitos, einst ein Standortfaktor, habe unter der Führung des Kulturbüros gelitten, meinen unterdessen Kritiker. Von anspruchsvollen Jazz-Produktionen für den Hörfunk oder Wissenschaftsveranstaltungen sei inzwischen nichts mehr übrig geblieben. In den besten Jahren habe das Haus 110 Veranstaltungen gehabt, heute seien es gerade mal die Hälfte.

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