Osterausstellung bis 12. April im Schloss Schönebeck zeigt filigrane Werke auf zarten Schalen Kunst auf Eiern

Ei, Ei, Ei – da ist der Osterhase aber fleißig gewesen. Im Schloss Schönebeck hat er bereits vier Wochen vor dem Fest die Nester gefüllt. Rund 280 Ostereier – bunt bemalt oder aus Klöppelspitze – stimmen auf Ostern ein. Bettina Schmidt, Monika Albrecht und Gerd Schulze-Othersen zeigen Kunst rund um das Ei.
07.03.2015, 00:00
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Von Gabriela Keller

Ei, Ei, Ei – da ist der Osterhase aber fleißig gewesen. Im Schloss Schönebeck hat er bereits vier Wochen vor dem Fest die Nester gefüllt. Rund 280 Ostereier – bunt bemalt oder aus Klöppelspitze – stimmen auf Ostern ein. Bettina Schmidt, Monika Albrecht und Gerd Schulze-Othersen zeigen Kunst rund um das Ei.

Eine Gänseschar tummelt sich unter einem Frühlingsbaum. Die ländliche Idylle ist in zarten Farben dargestellt. Nur – dieses Bild ist nicht auf einer Leinwand gemalt. Gerd Schulze-Othersen hat die Szenerie auf einem Ei dargestellt. Zu sehen ist das kleine Kunstwerk in der Osterausstellung, die am heutigen Sonnabend um 15 Uhr im Schloss Schönbeck eröffnet wird. Drei Kreative zeigen dort bis 12. April Kunst rund um das Ei.

In der Ausstellung gleicht kein Ei dem anderen. Gerd Schulze-Othersen aus Kirchtimke zaubert Kunst auf zarte Schalen. Meisterwerke großer Künstler zieren bei ihm das kleine Oval. Motive von Klimt und Dalí sind in Miniaturausgabe zu sehen. Hier tänzeln Edgar Degas Ballerinen, dort weckt eine Tahiti-Impression von Paul Gauguin das Fernweh. Auf anderen Eiern machen sich die drallen Figuren des Malers Botero breit.

Die Eiermalerei entdeckte der gelernte Goldschmied, als er 1978 von der Stadt aufs Land zog. In Kirchtimke baute er eine Geflügelzucht auf. Irgendwann stellte sich die Frage: Wohin mit den vielen Eiern? Schulze-Othersen, der an der Kunstschule in Bremen studierte und auch als Grafikdesigner arbeitete, besann sich seiner künstlerischen Fähigkeiten.

Mit Pinsel und Farbe verwandelt der Künstler seitdem Eier aller Art mit feinem Pinselstrich in kleine Kunstwerke. Bootslack lässt die bemalten Kalkschalen glänzen und die Farben brillieren. Die Liebe des Eiermalers zum Landleben zeigt sich auch in seinen Motiven. Ländliche Szenerien und Tierisches ziert die Schalen. Auf einem Nandu-Ei hat sich eine Vogelschar versammelt, auf einem Tauben-Ei tapst ein Osterküken. Auf anderen ovalen Kunstwerken spielen Hund und Katze. Humor beweist der Eiermaler mit einer Reihe von Schweineporträts. Die strecken dem Betrachter auch schon mal den Hintern entgegen.

Mit filigranem Strich bringt Schulze-Othersen ganze Seestücke auf kleinstem Raum unter. Maritime Motive in Delfter Blau zeigen Raddampfer und Dampfschiffe, die durch Wellen stampfen. Unter vollem Tuch ziehen Großsegler an Klippen und Leuchttürmen vorbei.

Neben Hortensien und Rosen, die er auf Kalkschalen blühen lässt, zeigt der Eiermaler aus Kirchtimke im Schloss auch Frivoles: Nostalgische Pin-Up-Girls und leicht bekleidete Damen beim An- und Ausziehen.

Pop-Art-Eier mit Wachsmalkreide

Bettina Schmidt geht es nicht um das Motiv, sondern allein um die Wirkung der Farbe. Das hat etwas mit ihrem Malwerkzeug zu tun: Die Eierkünstlerin aus Otterstedt arbeitet mit Wachsmalkreide. „Mit den dicken Stiften lässt sich nicht so fein malen wie mit einem Pinsel.“ Kunterbunt kommen ihre Pop-Art-Eier daher. „Farbe inspiriert mich“, sagt Schmidt. Was sie an der Arbeit mit Wachsmalkreide so spannend findet: „Die Farben lassen sich übermalen. Dann vermischen sie sich zu neuen Farbtönen.“

Zum Eiermalen mit Wachsmalkreide kam Schmidt, die an der Akademie für alte Musik in Bremen Harfe studierte, aus einem banalen Grund: „Mich störten die Datumsangaben auf den Eiern, die man mit keiner Technik wegbekam.“ Sie probierte viele Techniken aus, doch erst die Wachsmalfarben brachten den gewünschten Erfolg. Die Eiermalerin experimentiert gerne mit ungewöhnlichen Materialien. Im Schloss sind auch mit Nagellack bemalte Eier zu sehen.

Monika Albrecht zeigt keine Kunst auf dem Ei. Bei ihren Arbeiten steht die Form des Ovals Pate für feinste Handarbeiten. Die Achimerin fertigt in alter Handarbeitstradition Eier aus Klöppelspitze an. Blumenmotive zieren ihre hauchzarten Gebilde. Daneben sind im Schloss auch Schmetterlinge in Klöppeltechnik zu sehen.

Auf kuriose Weise haben die drei Künstler für die Ausstellung in Schönebeck zueinander gefunden. Hundefreundschaften hätten sie zusammengeführt, erzählt Bettina Schmidt. Bei einem Windhundrennen in Hoope lernte sie ihre heutige Freundin Monika Albrecht kennen. Die beiden Frauen entdeckten schnell, dass sie nicht nur die Liebe zu Windhunden sondern auch zur Kunst am Ei teilen. Den Kontakt zwischen Bettina Schmidt und Gerd Schulze-Othersen wiederum stellte dessen Frau her. „Sie ist eine Freundin von mir und hat auch einen Hund.“

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