Atelierhaus im Schnoor

Kunstlounge als neues Format

Altstadt. Mitten im Schnoor betreiben Künstler aus Bremen und Niedersachsen ein weiteres Atelierhaus: das Art 15. Sie haben dort ein neues Format ins Leben gerufen: die Kunst-Lounge. Sie soll künftig einmal im Monat veranstaltet werden.
25.04.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sigrid Schuer
Kunstlounge als neues Format

Pssst! Im Schnoor gibt es ein neues, selbstverwaltetes Atelierhaus.

WALTER GERBRACHT

Altstadt. Mitten im Schnoor betreiben Künstlerinnen und Künstler aus Bremen und Niedersachsen ein weiteres Atelierhaus: das Art 15. Derzeit stellt Petra Gieffers dort aus.

Hilfe! Da krabbelt doch etwas! Das rote Insekt, das sich nicht nur an der Fassade von "Art 15", des Künstlerhauses im Schnoor, sondern auch in den Galerieräumen breit gemacht hat, heißt "Die Überlebende". Das Fabelwesen ist eine Schöpfung von Harm Wicke, des ersten Bildhauers, der in dem selbst verwalteten Künstlerhaus ausstellt. Dazu passen die individuellen Skulpturen, die Christian Przygodda geschaffen hat und die filigranen Figürchen "Die Huuties" von Delia Nordhaus, die mutig und stolz in die Welt blicken.

Das Künstlerhaus mit Galerie, in dem jetzt das erste Atelier vermietet ist, wird von zwölf Künstlerinnen und Künstlern aus Bremen und umzu mit wachsendem Erfolg betrieben. "Hier sind zwölf ganz unterschiedliche Positionen vertreten. Die Kunden können mit uns Kontakt aufnehmen und unsere Werke direkt bei uns kaufen, ohne den sonst üblichen Galeristen-Aufschlag", sagt Ronald Philipps.

Damit künftig noch mehr im "Art 15" los ist, hat das Künstlerkollektiv unter der Federführung von Karola Bösch, die die jetzige Schau kuratiert hat, ein neues Format ins Leben gerufen: die Kunst-Lounge. Sie soll künftig einmal im Monat veranstaltet werden. Und so gab es bei der Premiere zu Gitarrenmusik die Kunststückchen von Zauberer Viktor zu bewundern und Jens Neumann, aus dem Geschichtenhaus auch bekannt als Henker von Bremen, sorgte kettenrasselnd für Gruseleffekte.

Danach konnten sich die zahlreich erschienenen Gäste bei einem Glas Prosecco in aller Ruhe den Kunstwerken widmen. "Das ewig Weibliche zieht uns hinan", dieses Goethe-Zitat passt zu den Werken von Karola Bösch. "Die von mir gemalten Schmetterlinge sind ein Symbol des Weiblichen", erläutert die Künstlerin. Wie leuchtende Edelsteine wirken die vielfarbigen Schmetterlings-Kokons, die sie mit pastosem Pinselstrich auf eine weiße Leinwand aufgebracht hat.

Aus einem dieser Kokons ist gerade ein Schmetterling im Begriff zu schlüpfen. Die Künstlerin arbeitet aber auch viel mit Mixed Media Art, also mit einer Mischung verschiedener Kunsttechniken. Die Gemälde von Karola Bösch und Christa Haese werden wie mit einem Ausrufezeichen mit den originellen Holzskulpturen von Sarah Hillebrecht kontrastiert. Gleich in Sichtweite des Eingangs leuchtet der "Mohn im Grün", eine große Blumenwiese von explosiver Farbigkeit.

Die Worpsweder Künstlerin setzt in ihrer Malerei aber auch immer wieder leuchtende, impressionistische Akzente. Die sonnendurchfluteten Hafenwelten von Manfred Eul erinnern mitunter entfernt an das pastellfarbene Licht des großen britischen Malers William Turner. Dazu passen Sonia Schadwinkels individuelle Porträts von Koi-Karpfen, die die Künstlerin und Illustratorin auf Versatzstücke von Teekisten gemalt hat. Neu sind das verspielte Seepferdchen und der schlaksig lange Hornhecht.

Aber auch Ronald Philipps hat ein Faible für Wasserwelten. Zu sehen sind auf Leinwand gedruckte Fotos von Landschaften, die dadurch, dass er sie in Schwarz-Weiß ins Negative gesetzt hat, wie tot wirken. Zudem hat Philipps Fotografien von bunten Ostereiern gemacht, sie auf Leinwand gedruckt, auf Bootsbauplatten aufgebracht und sie dann mit Harz überzogen. Aber auch Gäste sind im Künstlerhaus immer willkommen. So sind in einem Raum der "Art 15" die Variationen der Hamburger Künstlerin Petra Gieffers über den Hahn Henry zu sehen.

"Art 15", im Schnoor 15, ist dienstags bis freitags, von 15 bis 19 Uhr, und sonntags, von 12 bis 18 Uhr, geöffnet.

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