Demonstration auch in Bremen Kurden prangern Erdogan-Politik an

Gegen Faschismus und Nationalismus in der Türkei sind am Sonntagnachmittag ein paar Hundert Menschen in Bremen auf die Straße gegangen. In Bremen wurden sie von einem großen Polizeiaufgebot begleitet.
10.04.2016, 18:30
Lesedauer: 1 Min
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Kurden prangern Erdogan-Politik an
Von Frauke Fischer

Gegen Faschismus und Nationalismus in der Türkei sind am Sonntagnachmittag ein paar Hundert Menschen in Bremen auf die Straße gegangen.

Mitglieder des Solidaritätskomitees Kurdistan (Soku) sowie des kurdischen Kulturvereins Birati e.V. und andere kurdischstämmige Teilnehmer zogen – begleitet von einem großen Aufgebot von Polizisten in Mannschaftswagen und auf Motorrädern – vom Hauptbahnhof zum Marktplatz. Dort formulierten sie ihren Protest gegen die Politik der Erdogan-Regierung in der Türkei.

Hintergrund waren die für zwölf deutsche Städte – darunter Hamburg, Hannover, Berlin und Köln – angekündigten Demonstrationen von national-konservativen türkischen Organisationen. Diese wollten sich nach den jüngsten Anschlägen in Istanbul und Ankara positionieren, für die PKK-Anhänger oder PKK-nahe Gruppen verantwortlich sein sollen. Die Bremer Aktion war als Gegendemonstration verabredet worden, obwohl hier anders als beispielsweise in Hamburg keine türkische Kundgebung angemeldet worden war.

Reden auf Deutsch und Kurdisch

„Boykottieren Sie die Türkei als Urlaubsland“ stand auf einem der Banner, mit denen die rund 500 Teilnehmer durch die Straßen trugen. In den Reden auf Deutsch und Kurdisch und den verteilten Flugblättern verschiedener Organisationen kritisierten die Demonstranten unter anderem den Umgang der türkischen Regierung mit der kurdischen Bevölkerung. Sie machten zunehmend faschistische und nationalistische Tendenzen in der Türkei aus.

In Hamburg kam es am gleichen Tag zu einer Kundgebung türkischer Organisationen, bei der sich knapp 100 Menschen versammelten. Angemeldet waren laut Polizei bis zu 2000 Teilnehmer. Eine Gegendemonstration zog unterdessen mit rund 1250 Teilnehmern kurdischer und linker Gruppen zum türkischen Generalkonsulat in Hamburg. Die Polizei hatte rund 1300 Beamte aus mehreren Bundesländern und von der Bundespolizei im Einsatz, um ein Aufeinandertreffen der Gruppen zu verhindern. Dort und in Bremen verliefen die Demonstrationen ruhig. (mit Material von dpa)

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