Mittelstufen-AG des Ökumenischen Gymnasiums präsentiert Theaterstück „Rollenwechsel“ Kurze Sequenzen erleichtern Anfängern den Einstieg

Oberneuland. Kaum ein Teenager, der es sich noch nie ausgemalt hat: Einfach mal abhauen! Nike Freys (15), seit mehreren Jahren Mitglied der Theater-Arbeitsgemeinschaft am Ökumenischen Gymnasium, hat die Idee weitergesponnen und als Thema für das aktuelle Theaterstück „Rollenwechsel“ der Mittelstufen-AG vorgeschlagen. „Keine Seltenheit“, erklärt Lehrerin Jutta Behling.
06.07.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Maren Brandstätter

Kaum ein Teenager, der es sich noch nie ausgemalt hat: Einfach mal abhauen! Nike Freys (15), seit mehreren Jahren Mitglied der Theater-Arbeitsgemeinschaft am Ökumenischen Gymnasium, hat die Idee weitergesponnen und als Thema für das aktuelle Theaterstück „Rollenwechsel“ der Mittelstufen-AG vorgeschlagen. „Keine Seltenheit“, erklärt Lehrerin Jutta Behling. Es komme häufig vor, dass Schüler den Anstoß für das Bühnen-Thema geben. „Meistens allerdings erst in der Oberstufe.“

In Klein-Gruppen haben die AG-Schüler anschließend einzelne Szenen ersonnen und später zu einem Ganzen zusammengefügt. Am vergangenen Donnerstag feierte das Stück erfolgreich Premiere. Der Aufführung waren sechs Monate intensiver Proben vorausgegangen.

Die Kulisse auf der Bühne ist minimalistisch. 15 Stühle stehen im Halbkreis, Blickrichtung in den Publikumsraum – das war‘s. Die 15 Akteure nehmen Platz. Schwarz-weiße Kleidung, weiße Gesichter – auch Maske und Garderobe kommen sehr reduziert zum Einsatz. Max (Janina Rudlof) und Chloé (Nike Freys) treten in die Mitte und tragen ihre Abschiedsbriefe an die Eltern vor. Sie werde gehen, sagt Chloé, sie halte es nicht mehr aus. Dicke Socken habe sie dabei. Sollte sie eines Tages zurückkehren, sei schon jetzt gewiss, dass mit Ballett und Klavierunterricht Schluss sei.

Max will sich orientieren, schreibt er seiner Mutter. Sie soll sich keine Sorgen machen. Als es ans Packen geht, rechnet er laut: „Wie viele Unterhosen braucht man für zwei oder drei Jahre? Acht?“ Er entscheidet sich, eine neunte als Reserve einzupacken. Ein Gong ertönt, die Akteure erstarren. „Take and freeze“ nennt sich diese Technik in der Schauspielerei, auf die sich auch der Name des Stücks „Rollenwechsel“ bezieht. Ein probates Mittel, das mit seinen kurzen Sequenzen besonders Anfängern den Einstieg ins Spielen erleichtere, erklärt Jutta Behling. Außerdem steigere es die Flexibilität. Eine Szene wird auf ein Signal hin eingefroren, die nächsten Akteure nehmen ihre Position ein, schnippen mit den Fingern und übernehmen, während die „eingefrorenen“ Spieler aus der Szene gehen.

Gemeinsam mit ihrem Kollegen Heiner Thomas hat sich Behling in diesem Jahr entschieden, die Take-and-freeze-Technik nicht nur zum Warmwerden, sondern für das gesamte Stück einzusetzen. „Zuerst waren wir davon nicht besonders begeistert“, erinnert sich Nike. „Es hat anfangs auch überhaupt nicht geklappt.“ Doch nach und nach seien sie besser geworden, inzwischen fände sie das Spielkonzept gut. „Es ist mal was Neues.“

Zurück bei der Bühnenprobe eröffnet Max der wenig begeisterten Chloé, dass er sie auf ihrer Flucht begleiten will. Sie braucht ihn, ist sich Max sicher. Sie habe keinen Bezug zu Geld, und das werde bekanntlich schnell knapp, wenn man auf der Straße lebe. „Was kostet zum Beispiel ein Liter Milch?“, fragt Max. Chloé, eine Tochter aus reichem Hause, überlegt lange und schießt schließlich ins Blaue: „Sechs Euro!“ Max nickt selbstgefällig: „Du brauchst mich!“

Die zweite und letzte Aufführung des Stücks am vergangenen Freitag wäre für die Jungschauspieler beinahe ein Eigentor geworden. „Wir hatten den Termin auf 19 Uhr gelegt – ohne die WM zu berücksichtigen“, erzählt Behling. Um nicht vor leeren Rängen zu spielen, habe man die Aufführung kurzerhand vier Stunden vorverlegt.

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