Straßentheater mit Hygienekonzept

La Strada im September als Corona-Edition in Knoops Park

Wie so viele Veranstaltungen fiel das Internationale Straßenfestival La Strada dem Coronavirus zum Opfer. Aber noch dieses Jahr soll es trotzdem Shows geben – mit einem an die Umstände angepassten Konzept.
09.07.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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La Strada im September als Corona-Edition in Knoops Park
Von Jean-Pierre Fellmer

Alles ist anders. Mitte Juni sollte das Internationale Straßenfestival La Strada erst in Blumenthal, knapp eine Woche später in der Bremer Innenstadt über die Bühne gehen. Dann kam Corona, das Fest wurde abgesagt. Eine Show wird es dennoch geben: La Strada wandert von der Straße in den Park, ohne einen Hut für Spenden, dafür aber mit Sitzplätzen und einem Kartenvorverkauf. „Alles anders“ eben, wie auch das Motto der diesjährigen Ausgabe lautet.

„Was können wir trotz Corona machen?“, haben sich die Veranstalter laut Pressesprecherin Frederieke Behrens gefragt, als klar war, dass das Fest in üblicher Form nicht stattfinden kann. Verordnungen wurden studiert und mit den Behörden gesprochen, was mit den Hygieneregeln konform ist. „Wir haben aber uns nicht nur Gedanken darüber gemacht, was überhaupt erlaubt ist“, sagt Gabriele Koch, Leiterin des Festivals. „Sondern auch, was ein angenehmer Ort für das Festival sein könnte.“ Das Ergebnis: Knoops Park.

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Dort soll es dieses Jahr vom 4. bis zum 6. September ein La Strada geben. Fünf Shows – eine am Freitag sowie jeweils zwei am Sonnabend und Sonntag – für jeweils 400 Besucher sind geplant. Eine Stunde vor Beginn des Programms startet der Einlass, schon dabei bekommen die Besucher ein Straßentheater-Programm gezeigt. Nur eben auf der Wiese. Die Show dauert laut Veranstalter zweieinhalb Stunden. „La Strada hat bislang immer ausgemacht, dass die Besucher selbst aussuchen, was sie sehen wollen und umherwandern können“, sagt Koch. Um diesen Charakter zu erhalten, gibt es in der Mitte der Show mehrere Vorführungen, die parallel laufen. Ihren Stuhl nehmen die Besucher einfach mit.

Das Programm ist an allen Abenden dasselbe: Der Länderschwerpunkt ist in diesem Jahr Belgien, von dort kommen drei Gruppen, sagt Koch. Etwa die „Compagnie Charlie“. Das sind Boğa Crackin’ Pastek und Galli Royal Pastek – Bohemiens, Boxer und Brüder, wie es in Ankündigung heißt. Sie bieten eine Comedy-Show mit Slapstick und Akrobatik. Auch dabei ist „Hendrik & Co“ – sein Checkpoint Henry ist der kleinste Grenzposten der Welt. Die beiden Künstler This Maag und El Goma aus der Schweiz und Argentinien sind die ­Hygienespezialisten des Festivals. Sie bringen den Zuschauern auf unterhaltsame Weise die Regeln des Festivals bei. „Ein Clown ist immer auch ein Grenzüberschreiter“, sagt Maag. In diesem Fall sei es ihre Aufgabe, das Publikum mit Improvisation und Humor darauf hinzuweisen, die Grenzen der Hygieneregeln nicht zu überschreiten. Damit umzugehen sei eine große Herausforderung.

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Die ersten Vorboten einer Absage erreichten die Veranstalter von La Strada schon früh, sagt Koch. „Uns haben Künstler aus Asien schon im Januar abgesagt, da war das Virus aber noch ganz fern“, so Koch. Die Situation war wie für viele andere Veranstalter neu – noch nie hätten sie wegen Infektionsgefahr absagen müssen. Dabei war alles schon organisiert: Das Programm stand, Verträge waren geschlossen, Zulieferer gestellt. Koch lobt die Kommunikation mit der Stadt und den Künstlern, es habe viel Verständnis gegeben.

Wer die Corona-Edition von La Strada besuchen möchte, braucht eine Eintrittskarte. Diese gibt es nur im Vorverkauf, eine Abendkasse wird nicht angeboten. Weil es keinen Hut für Spenden an die Künstler in diesem Jahr gibt, folgt der Kartenverkauf einem solidarischen Preissystem: Karten gibt es in fünf Preiskategorien für 5, 10, 15, 25 und 50 Euro ab sofort bei Nordwestticket, allen bekannten Vorverkaufsstellen oder unter Telefon 0421 / 36 36 36. Der Veranstalter weist darauf hin, dass mit dem Kauf der Karte maßgeblich zum Erhalt des Festivals beigetragen wird. Aufgrund der Corona-Bestimmungen müssen Käufer ihre persönlichen Daten beim Kauf angeben. Der Veranstalter bittet zudem, eine Woche vor dem Festival noch einmal auf der Internetseite vorbeizuschauen. Dort werden dann noch einmal die aktuellen Hygiene­bedingungen erläutert.

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