468. Bremer Schaffermahlzeit Lammert begeistert von der Atmosphäre

Bremen. Fünf Stunden, sechs Gänge, zwölf Reden – und viele illustre Gäste. Heute findet die Schaffermahlzeit zum 468. Mal statt. Mit Spannung werden besonders die Rede auf Bundespräsident und Vaterland und die Ansprache von Norbert Lammert erwartet.
10.02.2012, 11:25
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Bremen. Fünf Stunden, sechs Gänge, zwölf Reden – und zahlreiche illustre Gäste. Heute findet die Schaffermahlzeit zum 468. Mal statt. Mit Spannung werden insbesondere die Rede auf Bundespräsident und Vaterland und die Ansprache von Ehrengast Norbert Lammert erwartet.

„Das ist noch schöner als im Deutschen Bundestag“, sagte Norbert Lammert. Und wenn der Bundestagspräsident, der als Ehrengast zur 468. Schaffermahlzeit geladen ist, ein solches Lob ausspricht, hat das Gewicht. Noch dazu, wenn das Urteil gefällt wird, bevor der Gast aus Berlin die Obere Halle des Bremer Rathauses gesehen hat.

Sie zeigte sich am Freitag pünktlich zu Beginn des traditionellen Brudermahls von Haus Seefahrt in Sonnenlicht getaucht und festlich eingedeckt wie jedes Jahr am zweiten Freitag im Februar. 300 Gäste, Bremer Kaufleute als Mitglieder der Sozialkasse Stiftung Haus Seefahrt, ihr angehörige Kapitäne und Auswärtige nehmen an der in Form eines Dreizacks ausgerichteten Tafel Platz, um nach engem Zeitplan zu speisen, miteinander zu sprechen und Reden zu hören.

Diese halten bekanntlich die für die Ausrichtung gewählten Schaffer und der Ehrengast. Stephan-Andreas Kaulvers, Erster Schaffer und Vorsitzender des Vorstands der Bremer Landesbank, begrüßte gemeinsam mit seinen Amtskollegen Klaus-Peter Schulenberg, Vorsitzender des Vorstands der CTS Eventim AG, und Hylke Huibert Boerstra, Geschäftsführender Gesellschafter Carl Büttner GmbH & Co. KG, die eintreffenden ausschließlich männlichen Gäste im Rathaus.

Der große Teil von ihnen hatte zuvor im Schütting auf der anderen Seite des Marktplatzes an einem Empfang der Handelskammer teilgenommen.  Norbert Lammert kam gemeinsam mit dem Verwaltenden Vorsteher von Haus Seefahrt, Andreas Bunnemann, ins Rathaus. Er trug sich im Beisein von Bürgerschaftspräsident Christian Weber und Bürgermeister Jens Böhrnsen ins Goldene Buch der Stadt ein, bevor er gemeinsam mit den übrigen Teilnehmern in die Obere Halle geleitet wurde.

Auf den Ablauf des Tages mit Bremer Hühnersuppe, Braunkohl, Kalbsbraten und Stockfisch sowie Reden auf Bremen und den Senat, auf Handel, Schifffahrt und Industrie, auf Bundespräsident und Vaterland zeigte Lammert sich gespannt. Sein Reden-Inhalt? „Das hängt davon ab, was ich hören werde“, sagte er vor dem Einzug in die Halle. Die Rede des Ehrengastes beginnt traditionell um 18.30 Uhr. Der Präsident des Deutschen Bundestages hatte es spannend gemacht und vorab kein Manuskript dazu frei gegeben.

Prominente Gäste aus der Wirtschaft sind in diesem Jahr unter anderem Siemens-Chef Peter Löscher und Herbert Diess aus dem BMW-Vorstand. Aus dem Bundeskabinett nimmt Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) an der Schaffermahlzeit teil.

Kritik an der Schaffermahlzeit hatte es zuvor von der Linkspartei in Bremen gegeben. Claudia Bernhard, frauenpolitische Sprecherin der Partei forderte Bürgermeister Jens Böhrnsen auf, der Veranstaltung fernzubleiben.

Claudia Bernhard: „Dieser Zirkus wäre den Männern gegönnt, würde das ohne jeden Selbstzweifel veranstaltete Ritual altertümlicher Geschlechtertrennung nicht Jahr für Jahr fatale Signale in die Gesellschaft senden. Die fortdauernde Verherrlichung männlicher Entscheidungseliten in Staat und Wirtschaft hingegen ist unerträglich und ein Armutszeugnis für Bremen.“ (jop/fis)

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