Landwirtschaft und Robotik Welche digitalen Geräte auf dem Feld helfen

Drohnen, Feldroboter oder digitaler Spaten: Die Digitalisierung und technische Entwicklung der Landwirtschaft schreitet immer weiter voran.
25.08.2021, 12:51
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Welche digitalen Geräte auf dem Feld helfen
Von Marc Hagedorn

Der Feldroboter

Sie heißen Alfons, Xaver oder Dino, werden von großen Landmaschinenkonzernen entwickelt und können eine ganze Menge. Sie säen, hacken, beseitigen Unkraut. Und das alles autonom, einige Modelle auch schon komplett solar betrieben. Feldroboter Xaver der Firma Fendt beispielsweise schafft bei der Maisaussaat vier Hektar in der Stunde. Mensch und Maschine sind im Team noch schneller, aber dafür kennt der Roboter keinen Feierabend. Nicht der Mensch, sondern das System übernimmt mittels GPS die Steuerung der Prozesse. Bei den Modellen, die heute schon auf Feldern im Einsatz sind, ist der Mensch meist noch in der Nähe. Mithilfe eines Kamerasystems, das Unkraut erkennt, und einem Roboterarm, der das Unkraut bekämpft, lassen sich diese Prozesse aber auch aus der Ferne steuern. Der Roboter sammelt Daten von den Pflanzen und den Unkräutern und sendet sie an einen Computer-Arbeitsplatz. Der Rübenroboter Alfons der dänischen Firma Farmdroid kostet rund 75.000 Euro.

Die Drohne

Sie sind zum Symbol für den digitalen Ackerbau geworden. Laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft verwendet heute bereits jeder zehnte deutsche Landwirt Drohnen oder Multicopter, wie sie auch genannt werden. Die GPS-gesteuerten Drohnen sind mit hochmodernen Kameras ausgerüstet und liefern ein exaktes Bild vom Zustand der Pflanzen und Böden. Sie überfliegen in wenigen Minuten mehrere Hektar Fläche und erfassen dabei verschiedenste Daten, aus denen digitale Karten erstellt werden. Die Drohnen erkennen Pflanzenkrankheiten und Unkräuter, geben Auskunft darüber, wann das Getreide reif ist und können auch zum Pflanzenschutz eingesetzt werden. Über Maisfeldern etwa werfen die Drohnen Kapseln mit Eiern der Trichogramma-Schlupfwespe ab, sie ist der natürliche Feind des Maiszünslers, einem gefürchteten Maisschädling. Das geht auf diese Weise fünf Mal schneller, als wenn die Kapseln per Hand ausgebracht würden.

Der digitale Spaten

Die Ähnlichkeit ist nicht zu verleugnen. Es braucht nicht viel Fantasie, um zu verstehen, woher der digitale Spaten seinen Namen hat. Und wie das echte Gartengerät wird auch der digitale Spaten mit dem Fuß in den Boden getrieben. Doch seine Spitze hat es in sich. Die Messsonde dort liefert binnen Sekunden wichtige Bodenparameter wie Feuchtigkeit, Humusgehalt, Säurewert und Nährstoffgehalt. Per Wlan schickt das Gerät seine Daten auf einen Tabletcomputer. Dort können die Messwerte zur Bedarfsberechnung von Dünger oder Beregnung sofort eingesetzt werden. Die klassische Analyse, bei der Bodenproben erst an ein Labor geschickt werden müssen, dauert dagegen mehrere Wochen. Rund 11.000 Euro kostet der digitale Spaten. Sein einziger Nachteil: Labore sind akkreditiert, der Spaten dagegen noch nicht.

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