Die Kunsthalle feiert Sommerfest Lange Kleider und Schläger aus Holz

Tennis, Polo und Reiten: Diese Sportarten haben am Sonnabend Kinder und Familien beim Sommerfest der Kunsthalle ausprobiert. Damit möchte das Museum auf die Eröffnung der Liebermann-Ausstellung am 22. Oktober aufmerksam machen.
28.08.2016, 00:00
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Lange Kleider und Schläger aus Holz
Von Kristin Hermann

Tennis, Polo und Reiten: Diese Sportarten haben am Sonnabend Kinder und Familien beim Sommerfest der Kunsthalle ausprobiert. Damit möchte das Museum auf die Eröffnung der Liebermann-Ausstellung am 22. Oktober aufmerksam machen.

Kunst und Sport passen nicht zusammen? Aber sicher doch, dachte sich bereits vor 100 Jahren Max Liebermann. Als erster deutscher Künstler brachte der Maler und Grafiker modernen Sport auf die Leinwand. Das war damals nicht Fußball, sondern Tennis, Polo und Reiten. Und genau diese Sportarten durften am Sonnabend Kinder und Familien beim Sommerfest der Kunsthalle ausprobieren, mit dem das Museum auf die Eröffnung der Liebermann-Ausstellung am 22. Oktober aufmerksam machen wollte.

Verschiedene Bremer Sportvereine hatten in den Wallanlagen hinter der Kunsthalle Stationen aufgebaut, bei denen sich die Kinder unter anderem im Tennis oder im Boxen ausprobieren konnten. „Wir wollen versuchen, die Grünflächen künftig häufiger in Projekte einzubeziehen“, sagte Christoph Grunenberg, Direktor der Kunsthalle.

Seine Mitarbeiterin Lena Drobig zeigte den kleineren Besuchern, dass es gar nicht so leicht ist, in einem Tenniskleid aus Liebermanns Zeiten zum Ball zu rennen. „Schick, aber eigentlich ganz schön unpraktisch“, sagte sie. Dem fünfjährigen Henri machte das nichts.

Am Boxstand trauten sich einige nicht sofort

Er war sowieso nur daran interessiert, den Ball so lange wie möglich mit dem Doppelschläger aus Holz oben zu halten, den sich Rot-Weiss-Trainer Zoltan Ilin für die Veranstaltung ausgedacht hatte. Mutter Stefanie Sandfeld verfolgte mit dem Besuch des Sommerfestes aber auch pädagogische Ziele.

Ihre neunjährige Tochter nehme bereits regelmäßig an Kinderveranstaltungen der Kunsthalle teil – vielleicht sei das Fest auch eine Möglichkeit, ihren Sohn an die Kunst heranzuführen. Doch Henri interessierte sich nach der Familienführung im Innenbereich der Kunsthalle erst einmal nur für die sportlichen Aktivitäten auf der Wiese. „Kann ja noch werden“, sagte seine Mutter und lachte.

An dem Boxstand von Tura Bremen trauten sich einige der jungen Besucher nicht sofort, aber Trainer Klaus Becker motivierte lautstark, sich die Grundschritte von ihm zeigen zu lassen. Anschließend durften sie gegen Vereinsmitglieder boxen.

Ausstellung noch bis Februar in der Kunsthalle

An einer anderen Station konnten die Kinder Sport und Kunst miteinander verbinden. Nachdem sie ihre weißen Bilder mit Farben bekleckst hatten, mussten sie mit verschiedenen großen Gymnastikbällen drüber fahren, um ihr kleines Kunstwerk zu kreieren.

Die Ausstellung „Max Liebermann – Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport“ wird vom 22. Oktober bis zum 26. Februar in der Kunsthalle zu sehen sein, wobei auch Werke von anderen Künstlern dabei sein werden. Ausgewählte Werke von Edgar Degas, Édouard Manet und Henri de Toulouse-Lautrec zeigen Liebermanns Inspiration durch die französischen Maler. Für die Darstellung des Tennisspiels fand er Anregung bei dem britischen Impressionisten John Lavery.

„Liebermann war fasziniert von den Bewegungen in der Natur“, sagt Grunenberg. Die neuen englischen Sportarten waren damals der letzte Schrei. Liebermanns Bilder zeigen nicht nur die Geschichte vom Reiten, Tennis und Polo um 1900, sondern auch die des Großbürgertums während der Kaiserzeit.

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