Fußgängerzone in Bremen

Langenstraße soll attraktiver werden

Bremen. Schon seit Jahren wünschen sich die Geschäftsleute in der Langenstraße eine Umgestaltung ihrer Straße. Zu viele Autos fahren durch die Fußgängerzone, die zum Marktplatz führt. Nun möchten die Grünen das Thema wieder anschieben.
02.09.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karina Skwirblies
Langenstraße soll attraktiver werden

Die Geschäftsleute Hajo Hofmann und Ricardo Herberg mit den Politikern Ralph Saxe und Carsten Werner (von links).

Kuhaupt

Bremen. Schon seit Jahren wünschen sich die Geschäftsleute in der Langenstraße eine Umgestaltung ihrer Straße. Zu viele Autos fahren durch die Fußgängerzone, die zum Marktplatz führt, und viele der Autofahrer nutzten die Straße unberechtigt, kritisieren sie. Nun möchten die Grünen das Thema wieder anschieben. "Der Bereich besitzt großes Potenzial", ist Ralph Saxe, wirtschafts- und verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, überzeugt.

Gestern setzten sich Politiker und Geschäftsleute an einen Tisch. Er stand symbolisch mitten auf der Langenstraße. Ein Zustand, den sich die Gastronomen so oder so ähnlich wünschen. Denn ihre Tische für den Außenbereich stehen bislang auf den schmalen Gehwegen eng beieinander.

Ricardo Herberg von der Bar Malbec ist seit vier Monaten in der Langenstraße. "Es hat mich gewundert, wie viele Autos hier fahren", sagt er. "20 bis 30 pro Stunde sind normal." Viele Lieferanten würden auch außerhalb der erlaubten Zeiten (20 Uhr abends bis 11 Uhr morgens) in der Straße stehen. "Die klotzen uns die Kisten vor die Tür", beschwerte sich Herberg. Wenn er die Falschfahrer anspreche, reagierten manche uneinsichtig. "Es sind zwei große Schilder für die Fußgängerzone da. Sie sagen dann, sie hätten sie nicht gesehen."

"Die Straße wird im Prinzip als Autostraße benutzt und nicht als Fußgängerzone wahrgenommen", erklärt Ralph Saxe. Viele Geschäftsleute hätten ihn angesprochen, die gerne ihre Tische verstärkt im Außenbereich aufstellen möchten. "Die Gewerbetreibenden haben hier ein großes Pfund. Dieses gilt es zu entwickeln."

Doch es müssten viele Steine aus dem Weg geräumt werden. Es gebe Zufahrtsrechte, Parkplätze und Arztpraxen, die angefahren werden dürfen. Saxe schlug als Alternative vor, die Zufahrt in Verlängerung der Bredenstraße über die Stintbrücke bis zum Marktplatz zu führen.

Der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Grünen, Carsten Werner, wünschte sich ebenfalls mehr Aufenthaltsqualität in der Langenstraße. "Für Fußgänger ist es eine Schlucht, durch die man hastet." Michael Rüppel, Sprecher vom Beirat Mitte, schlug eine deutlichere Kennzeichnung des Beginns der Fußgängerzone vor. Schilder reichten nicht aus. Die Runde zog Blumenkübel in Erwägung.

Als sehr schwierige Situation stufte Martin Stellmann, Pressesprecher des Amtes für Straßen und Verkehr, die Lage in der Langenstraße ein. "Das Thema taucht seit Jahren immer wieder auf. Es fahren viele Unberechtigte durch, es gibt aber auch viele Berechtigte. Die Langenstraße muss befahrbar bleiben." Seit die Geschäftsstraße zur Fußgängerzone mit Ausnahmen geworden sei, gebe es da Probleme. In jüngster Zeit hätte eine Verkehrszählung stattgefunden, die Auswertung erfolge in Kürze.

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