41-Jährige soll Schleuser unterstützt haben

Langjährige Haftstrafe für IS-Unterstützerin aus Bremen

Eine 41 Jahre IS-Unterstützerin aus Bremen ist vom Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und neun Monaten verurteilt worden.
16.12.2019, 13:07
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa
Langjährige Haftstrafe für IS-Unterstützerin aus Bremen

Vom Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg wurde die 41-Jährige zu einer Haftstrafe verurteilt.

Kay nietfeld

Im Prozess gegen eine Unterstützerin der Terrormiliz IS ist eine 41-Jährige zu fünf Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg sah es am Montag als erwiesen an, dass die gebürtige Bremerin sich der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland in vier Fällen schuldig gemacht hat. Bei der Angeklagten handele es entgegen ihrer eigenen Aussage „nicht um eine gutgläubige und naive“, sondern um eine „berechnende, hoch konspirative und manipulative“ Person – davon ist das Gericht überzeugt.

Laut Urteilsbegründung hatte die 41-Jährige bereits 2015 „zum Teil brutalste Hinrichtungsvideos“ der Terrormiliz im Internet angesehen und war Mitglied in Facebook-Gruppen gewesen, in denen zur Tötung von Ungläubigen aufgerufen worden sei. Zudem habe sie die Absicht gehegt, gemeinsam mit ihren drei minderjährigen Söhnen in ein vom sogenannten Islamischen Staat besetztes Gebiet nach Syrien auszureisen. In konkrete Anschlagspläne gegen eine musikalische Großveranstaltung im Hildesheimer Raum sei die Frau „spätestens seit Herbst 2016“ konkret eingebunden gewesen und habe sich außerdem dazu bereiterklärt, einem potenziellen Attentäter Unterschlupf zu gewähren.

Dazu habe sie ferner ein altes, nicht GPS-fähiges Handy unter falscher Identität beschafft und Accounts in sozialen Netzwerken bereitgestellt. Nachdem die Ausreise von IS-Kämpfern aus Syrien für die Umsetzung der Anschlagspläne scheiterte, habe sie sich zunächst auf ihre eigene Ausreise konzentriert, bevor sie 2017 ins Visier der Sicherheitsbehörden geriet.

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Zugunsten der 41-Jährigen wertete das Hanseatische Oberlandesgericht unter anderem, dass sie die Vorwürfe teils eingeräumt habe und die Anschlagspläne nicht realisiert worden seien. Als strafschärfend sah das Gericht ihre hohe kriminelle Energie sowie ihren Willen, den Terror nach Deutschland zu holen.

Der Darstellung der Verurteilten, sie habe geglaubt, im IS-Gebiet ein „friedliches Leben in einer gerechten Gesellschaft“ führen zu können und lediglich einer „perfiden Meinungsmache“ aufgesessen zu sein, sah das Gericht im Prozess als widerlegt. Es habe keine Abkehr von ihrer radikal-islamistischer Einstellung gegeben. Gegensätzliche Aussagen seien nur inhaltsleere Floskeln, hieß es in der Urteilsverkündung. Mit seinem Strafmaß ging das Gericht über die Forderung der Bundesanwaltschaft hinaus, die fünfeinhalb Jahre Haft verlangt hatte. Die Verteidigung hingegen hatte auf Freispruch – und im Falle einer Verurteilung auf eine Bewährungsstrafe – plädiert. (dpa)

+++Dieser Text wurde um 16.50 Uhr aktualisiert+++

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