Keine Wohnbebauung geplant Lankenauer Höft erhitzt weiterhin die Gemüter

Das mögliche Aus für das Traditionsrestaurant Lankenauer Höft sorgt weiterhin für Unmut. Die Bürger machten in einer Beiratssitzung deutlich, dass sie die etablierte Gastronomie behalten wollen.
20.08.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Reiner Haase

Das mögliche Aus für das Traditionsrestaurant Lankenauer Höft sorgt weiterhin für Unmut. Die Bürger machten in einer Beiratssitzung deutlich, dass sie die etablierte Gastronomie behalten wollen.

Das mögliche Aus für das Traditionsrestaurant Lankenauer Höft sorgt weiterhin für Unmut. In der überaus gut besuchten Sitzung des Beirates Woltmershausen machten Bürger deutlich, dass sie die etablierte Gastronomie behalten wollen und die Gastwirtsfamilie Oekermann und ihr Personal gleich mit. Der Zorn richtete sich vor allem gegen die Hafenmanagementgesellschaft Bremenports und den Senator für Umwelt, Bauen und Verkehr.

Die Hafengrundstücksverwalter und Planer der Behörde beschwichtigten kurzfristig die aufgebrachten Gemüter. Besonders stark wirkte die Klarstellung, dass hinter der Planung keineswegs die Absicht steht, am äußersten Zipfel des Stadtteils Woltmershausen/Rablinghausen Wohnungsbau zu ermöglichen. Dafür sei die Nachbarschaft viel zu laut, stellte Stadtplaner Axel König klar. „Alles soll so bleiben, alles soll ein bisschen besser werden“, betonte Klaus Bartels von Bremenports. Das Miteinander von Gastronomie, Erholung in der öffentlichen Grünanlage Weseruferpark mit altem Leuchtturm und Utensilien aus der Schifffahrt wie Anker und Boje soll erhalten bleiben.

Für das kleine Stück Festland im Sondergebiet Hafen wünschen sich die Behörden maritimes Gewerbe. Mit dem Beirat sei besprochen, dass auch einige Stellplätze für Wohnmobile gut wären, sagte Stadtplaner König. Im Lankenauer Hafen kann er sich gut eine Marina für Sportboote vorstellen. Das i-Tüpfelchen sei, dass vom Lankenauer Höft aus eine Fähre nicht nur nach Walle und Gröpelingen fahren soll, sondern auch über die Einfahrt zum Neustädter Hafen hinweg nach Seehausen. Das sei als Verlängerung des Weserradwegs gedacht. „Das hätten die Seehauser verdient. Sie sind vielfach gebeutelt“, sagte Beiratssprecherin Edith Wangenheim (SPD). „Wir wollen den Radweg durchgängig direkt an der Weser.“

Ausschreibung des Grundstücks bereits veröffentlicht

Laut wurde es im Saal, als Klaus Bartels, der Leiter Hafenentwicklung bei Bremenports, die Ausschreibung des 8000-Quadratmeter-Grundstücks der Gaststätte ankündigte, die bereits am Tag nach der Beiratssitzung veröffentlicht wurde. „Sie verkaufen dem Beirat und den Bürgern die Katze im Sack“, lautete ein Zwischenruf. „Sie wollen gar nicht wissen, was wir Woltmershauser wollen“, lautete ein zweiter. Das Ergebnis sei schon festgelegt.

Beiratssprecherin Edith Wangenheim ­betonte, der Beirat habe nicht das Recht, in die Ausschreibung hineinzuwirken. Daraufhin versprach Bremenports-Geschäftsführer ­Robert Howe, den Woltmershauser Beirat nach Ablauf der Ausschreibungsfrist Ende Oktober und vor der Entscheidung über den Zuschlag in der Deputation in nichtöffentlicher Sitzung über das Ergebnis zu informieren.

Deutlich wurde in der Beiratssitzung, dass die Zukunft der Gastwirtsfamilie Oekermann und der neun Mitarbeiter der einzigen Traditionsgaststätte im Stadtteil Bürgern wie Beirat sehr am Herzen liegt. Klaus Bartels stellte klar, dass Bremenports nicht die Zusammenarbeit mit Joachim Oekermann aufgekündigt hat. Der vor 40 Jahren mit der Brauerei Haake Beck abgeschlossene und erst von Beck’s und dann von Inbev übernommene Pachtvertrag laufe Ende 2016 aus. Und Inbev habe nach Anfrage von Bremenports kein Interesse an einer Verlängerung signalisiert. Corinna Oekermann hatte erklärt, dass einer Inbev-Mitarbeiterin zufolge Bremenports abgewinkt habe, als es um die Verlängerung des Pachtvertrags gegangen sei. Dieser Widerspruch konnte nicht aufgelöst werden. „Wir sind zur Ausschreibung nicht verpflichtet, wir wollen aber Transparenz“, sagte Klaus Bartels. Die Oekermanns wollen auch ein Konzept einbringen, ohne sich große Hoffnung auf Erfolg zu machen. Bremenports-Chef Howe stellte sich energisch vor seine Mitarbeiter, als noch einmal Empörung laut wurde: Die Ausschreibung werde für Hal över maßgeschneidert. Dem sei nicht so. Klaus Bartels versicherte, dass der Betreiber des Fähr- und Ausflugsverkehrs in Bremen und des Café Sand auf dem Stadtwerder auch vor der Ausschreibung nicht an Bremenports herangetreten sei.

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