Schulessen in Bremen Lecker bis matschig

Das Schulessen in Bremen ist verbesserungswürdig. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, die das Essen in deutschen Schulmensen unter die Lupe genommen hat.
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Von Karina Skwirblies

Zu schlecht, zu fett, zu süß: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, die das Essen in deutschen Schulmensen unter die Lupe genommen hat. Auch in Bremen gibt es Klagen über die Verpflegung in den Schulen.

Beschwerden über das Schulessen haben Tradition in Bremen. Seit rund zehn Jahren wird hier das Angebot an Ganztagsschulen ausgebaut, immer mehr Schüler essen in der Schule zu Mittag. „Vor fünf Jahren hatten wir noch einen ganzen Ordner mit Beschwerden über das Essen“, sagt Michael Thun von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung. Daraufhin sei die Vernetzungsstelle eingerichtet worden, die Mitarbeiter träfen sich regelmäßig mit den Anbietern von Mittagstisch. Thun betont, es gebe in Bremen keinen Caterer, der schlechtes Essen für viel Geld liefere. „Wir haben keine schwarzen Schafe.“

Eine aktuelle Studie zu diesem Thema hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft jetzt veröffentlicht. „Wir sind an ganz vielen Stellen vorne weg und sehr zufrieden“, kommentiert Michael Thun das Ergebnis. So schneiden die Qualitätskontrolle und die hygienischen Voraussetzungen in den Schulküchen der Hansestadt gut ab. Es gebe überall eine vertraglich vereinbarte Qualitätskontrolle, heißt es in der Studie. Ein Hygienekonzept werde zu 76,9 Prozent verfolgt, damit liegt Bremen auf dem zweiten Platz. Auch wird in Bremen in jeder Schulküche vertraglich mit dem Anbieter vereinbart, welche Leistungen er erbringen soll. Diese Dinge sind nicht selbstverständlich, in manchen Bundesländern werden sie stark vernachlässigt. Dies alles sind im Bundesvergleich überdurchschnittlich gute Rahmenbedingungen.

Doch wie es mit der Qualität der Verpflegung in Bremen konkret aussieht, lässt die Studie offen. Denn die Auswertung der Speisepläne ist lediglich Thema auf drei von 34 Seiten der pauschalen Ergebnispräsentation für ganz Deutschland. Dass in den Sekundarstufen in Bremen nur noch gut jeder dritte Schüler den angebotenen Mittagstisch nutzt, spricht für sich. In den Grundschulen gehen 95 Prozent in die Mensa, doch hier ist der Mittagstisch beim Schulbesuch verpflichtend.

Klar ist, dass an vielen Schulen nicht frisch gekocht wird. „Wir haben 30 Ausgabeküchen, wo das Essen warm angeliefert wird“, berichtet Thun. Anderthalb Stunden dürfe das Essen warm gehalten werden. Das Ergebnis ist dann oft ungenießbar, wie der WESER-KURIER von Lehrkräften mehrerer Schulen erfahren hat. In 49 Mensen wird das Essen frisch zubereitet.

Ein Lieferant der Schulverpflegung ist der Arbeiter Samariter Bund Bremen (ASB). „Das Essen wird bei uns in einer Großküche zubereitet“, sagt Jobst von Schwarzkopf vom ASB. Nach einer halben Stunde Fahrzeit sei das Essen in der Schule. In vier von zwölf Schulen kocht der ASB mit eigenem Personal, unter anderem in der Gesamtschule Mitte. Hier gibt es täglich ein vegetarisches Essen, einmal in der Woche Fisch und einmal Fleisch. „Wir kaufen regional ein und kochen saisonal“, betont von Schwarzkopf.

3,20 Euro erhält der Anbieter für ein Essen, Personalkosten inklusive. „Auch mit diesem Budget kann man Essen in Bioqualität servieren“, ist Jan Saffe, Bürgerschaftsabgeordneter der Grünen, überzeugt. Er setzt sich dafür ein, Produkte aus der Massentierhaltung und der Intensivlandwirtschaft aus Schulen zu verbannen. „Frisch kochen und gemeinsam essen, das könnte viel öfter passieren.“ Sein Ziel: Schüler sollen den Weg der Lebensmittel vom Erzeuger bis zum Topf mitverfolgen und in der Küche selbst Hand anlegen.

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