Sportdeputation tagt

Leichte Entwarnung für Sportvereine

Große Themen stehen am heutigen Mittwoch auf der Tagesordnung der Sportdeputation: unter anderem die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen, die Sanierung des Unibads und des Westbads.
02.12.2015, 14:49
Lesedauer: 2 Min
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Leichte Entwarnung für Sportvereine
Von Kathrin Aldenhoff
Leichte Entwarnung für Sportvereine

Unterkunft in der Sporthalle der Oberschule Lerchenstraße, betreut durch den Caritasverband Bremen.

Albrecht-Joachim Bahr

Alles, was Staatsrat Jan Fries am Mittwoch in der Sportdeputation sagen konnte, ist: Die Situation für die Sportvereine wird nicht schlimmer. Wahrscheinlich. Die Planungen der Sozialbehörde für die kommenden drei Monate sehen nicht vor, weitere Sporthallen in Notunterkünfte für Flüchtlinge zu verwandeln. „Ich bin verhalten optimistisch, dass es erstmal bei diesen Hallen bleibt“, sagte Fries. Es sei denn, die Flüchtlingszahlen stiegen an oder andere Unterkünfte fielen aus. Wann genutzte Hallen den Sportvereinen zurückgegeben werden, konnte Fries nicht sagen. Man habe aber mit Immobilien Bremen gesprochen, um sicherzustellen, dass das Unternehmen bereit sei, die Hallen schnell wieder für die Vereine herzurichten.

Genau daran glauben die Bremer Sportvereine nicht: „Das Vertrauen, dass die Hallen nach der Nutzung schnell instand gesetzt werden, ist nicht da“, sagte Karoline Müller, Geschäftsführerin des Landessportbunds Bremen. Das sei bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am vergangenen Wochenende deutlich geworden. „In den Hallen wird gewaschen, gekocht, gelebt“, erklärte Müller. Die Hallen seien vorher schon nicht intakt gewesen, nach der Nutzung als Flüchtlingsunterkünfte müssten sie erst einmal saniert werden. 60 Vereine sind nach ihren Worten von der Umwandlung der Turnhallen in Flüchtlingsunterkünfte betroffen. „Die Angst der Vereine ist, dass die Hallen für mehrere Jahre weg sind.“

Aktuell sind 18 Turnhallen mit Flüchtlingen belegt

Bisher sind nach Angaben der Sozialbehörde 18 Turnhallen belegt, sie bieten Platz für 1950 Flüchtlinge. Acht der Hallen sind für maximal 750 Jugendliche vorgesehen. In der Columbushalle in Walle hingegen werden nun doch keine Flüchtlinge einziehen: Die Halle sei zwar für 120 Menschen hergerichtet worden, müsse nun aber doch nicht als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden, sagte Fries. Der Grund: Die Unterbringung von Flüchtlingen im Bayernzelt wurde möglich. Dort sollen bis zu 230 Menschen eine Unterkunft finden. Die Columbushalle werde Schule und Sportvereinen wieder zur Verfügung gestellt.

Staatsrat Fries betonte, das Sportamt versuche, den Vereinen unbürokratisch zu helfen. So wie vor Kurzem dem Grün-Gold-Club: Ende Oktober brauchten die Tänzer dringend Räume zum Training für die Deutsche Meisterschaft und mussten die für rund 7000 Euro mieten, weil in den Trainingsstätten zurzeit Flüchtlinge wohnen. Sie bekamen Geld zurück. Karoline Müller erzählte, sie wisse von Vereinen, die Rechnungen über Mietkosten für Ersatzräume an das Sportamt geschickt hätten.

„Wir haben Verständnis für die schwierige Lage der Senatorin Stahmann“, sagte Müller. „Aber die Ängste sind groß, die Vereine fühlen sich im Stich gelassen.“ Sie hätten das Gefühl, als Abteilung Sport noch nicht bei Senatorin Anja Stahmann (Grüne) angekommen zu sein. Bis zur Kabinettsumbildung nach der Bürgerschaftswahl im Mai war Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) für das Ressort Sport zuständig. Müller erwartet, dass bei der Prüfung von Gebäuden zur Unterbringung von Flüchtlingen auch gleich darauf geachtet wird, ob das Gebäude – wenn nicht als Flüchtlingsunterkunft – vielleicht für den Sportbetrieb geeignet sei.

Außerdem war das Unibad Thema in der Sportdeputation: Es wird voraussichtlich im August kommenden Jahres wiedereröffnet. Zwar sollen die Sanierungsarbeiten dem Zeitplan der Universität zufolge schon im Juni abgeschlossen sein. Doch für die drei Wochen bis zum Beginn der Sommerferien am 23. Juni und damit der Sommerpause des Unibads lohne es sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht, das Becken mit Wasser zu füllen. Der Haushalts- und Finanzausschuss hatte der Sanierung des Unibads für 1,1 Millionen Euro Mitte November zugestimmt. Zuständig für die Sanierungsarbeiten ist die Universität.

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