Historischer Seenotkreuzer liegt wieder in Vegesavk Leinen los für die "Bremen"

Bremen. Der erste Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger sieht jetzt außen wieder aus wie früher. Das unter Denkmalschutz liegt nun wieder im Vegesacker Hafen.
22.08.2014, 20:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Sylvia Wörmke

Der erste Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger sieht jetzt außen wieder aus wie früher. Das unter Denkmalschutz stehende Schiff wurde am Freitag nach einem neuen Anstrich im ursprünglichen Farbton Orange von der ehrenamtlichen Crew in der Winkler Werft in Lesum zu Wasser gelassen und liegt nun im Vegesacker Hafen.

1931 lief der erste Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) auf der Lürssen Werft vom Stapel.

Die „Bremen“ wurde 1959 ausgemustert, als die neue Generation der Seenotretter eingeführt wurde. Sie ging danach durch viele Hände, wurde umgebaut und hatte andere Aufgaben. Unter anderem fuhr die „Bremen“ als Schlepper. Zuletzt hieß sie „Wal“ und diente als private Jacht. Vor einem Jahr wurde das Schiff unter Denkmalschutz gestellt. Eine ehrenamtliche Crew setzt seitdem alles daran, den historischen Seenotkreuzer zu erhalten, zu hegen und zu pflegen. In der Winkler Werft in Lesum erhielt das Schiff wieder sein Aussehen von früher.

Wie die Hühner auf der Stange sitzen die Männer auf den Stufen vor der Slipanlage der Bootswerft Winkler. Sie warten auf den großen Augenblick, in dem die „Bremen“ in die Lesum gleitet. Nach Farbanstrich nebst Korrosionsschutz sieht die „Bremen“ zumindest äußerlich wieder wie einst aus. Auch der Name steht wieder am Bug. Bei den Männern handelt es sich um Menschen, die „Interesse an älterer Technik haben“. Sie stellen eine bunte Mischung dar.

Darunter sind junge Schiffbauingenieure und Männer, die zur See gefahren oder einfach nur am Erhalt historischer Schiffe interessiert sind und dafür ihre Freizeit opfern. Niels Ruéf gehört dazu, von Beruf Kapitän und Reederei-Inspektor. Er ist auch der Skipper, der die „Bremen“ an diesem Tag zum Vegesacker Hafen fährt, wo sie in Zukunft als Museumsschiff liegen wird. Der Kapitän findet es richtig und wichtig, dass „die Mutter aller Seenotkreuzer“ erhalten bleibt. Schließlich sei Bremen die Stadt der Seenotkreuzer.

„Kaffee fehlt noch“ ruft jemand und wenig später wird er gebracht. Auf dem Schiff treffen andere Ehrenamtliche die letzten Vorbereitungen für den großen Moment. Dann heißt es warten. Aus Sicherheitsgründen darf die „Bremen“ erst dann von der Slipanlage in die Lesum rutschen, wenn das Wasser nicht mehr aufläuft. Geduldig warten die Ehrenamtlichen auf diesen Moment. Einige Zuschauer haben sich auch eingefunden und fotografieren. Endlich – um 13.30 geht es los, um 14.45 Uhr schwimmt der Seenotkreuzer wieder.

Auf dem Weg nach Vegesack wird noch in Grohn getankt. Ein teurer Spaß. „Pro Stunde werden 100 Euro an Sprit verfahren“, erzählt Kai Steffen, der das Projekt Seenotkreuzer leitet. Damit ist er auch beim Thema, das den Ehrenamtlichen auf der Seele brennt. Sie machen zwar so viel wie möglich selbst, aber alles können sie nicht erledigen. Nur durch Sponsoren und Spenden sei der Erhalt der „Bremen“ mit ihrer schifffahrtsgeschichtlichen Bedeutung überhaupt möglich. Kulturmäzen Klaus Hübotter hat das Schiff für das Bremer Hafenmuseum gekauft. Es gehört nun offiziell dem Kulturforum Speicher XI.

Der Werftaufenthalt wurde laut Steffen vom Kulturforum Speicher XI und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit 30 000 Euro finanziert. Weitere Sponsoren unterstützen die Crew. So spendierten zum Beispiel die ausführenden Firmen den größten Teil der Strahl- und Lackierarbeiten, und die Farbe war auch ein Geschenk.

Das Thema Geld wird die zehn Ehrenamtlichen, die noch Verstärkung von Betriebstechnikern und Ingenieuren für die Maschine benötigen, auch weiterhin beschäftigen. „Wir möchten vieles machen, aber das Geld ist nicht da“, sagt Niels Ruéf.

Es gibt jede Menge zu tun: Bis zum 150. Geburtstag der DGzRS im nächsten Jahr, der in Bremen groß gefeiert wird, und der Flottenparade in Bremerhaven zur maritimen Sicherheitskonferenz soll auf jeden Fall noch der Mast komplettiert werden, die Rehling achtern soll ein Schanzkleid aus Aluminium bekommen und Arbeiten an der Hydraulik und der Heizung sind auch nötig. „Bis zum Frühjahr ist Basteln angesagt“, beschreibt Steffen die weiteren Aufgaben. Vorher aber noch wird die „Bremen“ am 20. September offiziell im Überseehafen getauft.

Ansprechpartner sind unter der Rufnummer 04 21 / 2 34 83 21 ab 19 Uhr zu erreichen. Weitere Informationen gibt es zudem per E-Mail. Doe Adresse lautet: crew@srk-bremen.de.

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