Lesumer Kulturtage beendet

Leistungsschau kulturellen Lebens

Die Organisatoren der Lesumer Kulturtage freuen sich, dass ihr anspruchsvolles Programm auch vom Publikum wahrgenommen wurde. Jetzt haben die Beteiligten Bilanz gezogen.
18.06.2018, 17:57
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Von Alexander Bösch
Leistungsschau kulturellen Lebens

Zum Abschluss der Burglesumer Kultur­tage versammelte sich das Publikum in der St.-Martini-Kirche. Hier gab es ­Bilanzen zum Programm und noch ­einmal Musik.

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Lesum. Schwungvoll präsentiert das Streichertrio der Bremer Philharmoniker den Tango „Por una Cabeza“ von Carlos Gardel. In der Kirche St. Martini verfolgen die Gäste begeistert einen der Höhepunkte der Burglesumer Kulturtage „Sommer in Lesmona“. Nicht nur „Por una cabeza“ – also „für einen Kopf“ – sondern für etliche kulturinteressierte Köpfe aus Burglesum und umzu hat sich das Veranstaltungskomitee ins Zeug gelegt. Schließlich galt es, zum 25. Jubiläum ein qualitativ besonders hochwertiges Programm zusammenzustellen.

Ein Vorhaben, das laut Peter Gedaschke gelungen ist. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft „Sommer in Lesmona“ nutzte die Gelegenheit, etliche Veranstaltungen an den vergangenen Tagen zu besuchen. „Kultur wird sichtbar durch Gestalten, Mitmachen und Begegnen“ hatte Gedaschke in einer Rede in der Kulturinitiative Lesum ( Kulle) betont.

In den vergangenen Jahren habe man es geschafft, mit ehrenamtlichem bürgerschaftlichen Engagement regionale Kulturkonzepte einzubeziehen und die Anzahl der Veranstaltungen von anfangs 15 auf über 30 Programmpunkte zu steigern. „Kultur überschreitet alle Grenzen. Kultur breitet sich aus, sie schmiedet Bündnisse, vernetzt sich, arbeitet zusammen und durchdringt so unsere gesamte Gesellschaft“, resümierte Gedaschke.

Auch Ortsamtsleiter Florian Boehlke blickte mit seiner Rede vor dem Konzert der Philharmoniker auf die Entwicklung zurück. Nachdem der Vorgänger, das „Kulturfest Bremen Nord“, nicht fortgeführt werden konnte, hatten sich Lesumer Bürger überlegt, wie das kulturelle Leben vor Ort gestärkt werden könnte. Anlässlich ihres zehnten Jubiläums hatte sich die Kulturinitiative Lesum schließlich entschlossen, unter dem Namen „Sommer in Lesmona“ die Burglesumer Kulturtage zu veranstalten. Die kulturelle Vielfalt des Stadtteils zeige auf, dass sich Menschen auf unterschiedlichste Weise für Kultur interessieren.

„Es ist wichtig, dass Kultur dort stattfindet, wo die Menschen wohnen und ihren Lebensmittelpunkt haben – in den Stadtteilen“, so Boehlke. Von Beginn an habe die Zusammenarbeit mit dem Verbund der Geschäftsleute Igel, dem Heimatverein, der Kirchengemeinde St. Martini und der Stadtbibliothek vorbildlich funktioniert. Im Laufe der Jahre hätten sich naturgemäß bestimmte Veranstaltungen etabliert. Andere seien sang- und klanglos verschwunden und durch neue Ideen ersetzt worden.

Besonders in Erinnerung bleibt Kurt Gedaschke im Jubiläumsjahr 2018 das Konzert der „Pop Voices“ in der Kirche St. Martini. „Da kamen 250 Leute, das war beeindruckend“, freut er sich. Der Chor unter Leitung von Stephan Kniese hat das Programm der Kulturtage schon häufig mitgestaltet. Zum abwechslungsreichen Mix aus Ohrwürmern und Charthits gehörte auch eine speziell einstudierte Version des Gute-Laune-Hits „Happy“ von Pharrell Williams.

Auch das Konzert des Lesumer Chors „Zwischentöne“ im Gemeindesaal der Kirche sei gut angekommen. Das Frauenduo „Such fine ladies“ mit seinen gegen den Strich gebürsteten Arrangements von Chansons und Pophits sowie der Deutsch-französische Chor Bremen habe das Publikum fasziniert. In der Lichthof Kunstfabrik lauschten die Gäste unter dem Motto „Orient goes Occident“ dem syrischen Gitarristen Aladdin Haddad. Von Liebe, Frust und Freundschaft, Liebenden und lebenslang Liierten handelten die Lieder, die das „Ensemble Chan-Song“ in der Stadtbibliothek intonierte. 33 Besucher konnten sich für dieses Konzert begeistern.

Auf dem Privatgelände von Renate Esch am Admiral-Brommy-Weg fanden sich Vorleser und 105 Zuhörer ein, um unter freiem Himmel gemeinsam mit den Hühnern auf dem Hof spannende Literatur zu genießen. Der Apfel-Experte Eckart Brandt gab derweil in der Buchhandlung Lesezeit den Besuchern sechs Stunden lang Auskunft rund um die saftigen Früchte. Der Pomologe und Autor hatte gleich mehrere Apfelsorten mitgebracht, wie sich Kurt Gedaschke vor Ort überzeugte.

Bei italienischer Musik und kulinarischen Kostbarkeiten ein Stück „Bella Italia“ genießen: Dafür konnten sich im Kränholm-Kunstcafé rund 80 Besucher begeistern. Claudia Wimmer, Betreiberin der Atelierkate, freute sich, dass ihr Workshop „Flower Power“ lange im Vorfeld ausgebucht war. Mit Pastellkreide galt es, Farbe in puderigen Schichten aufzutragen und mit den Fingern zu verwischen und so Blüten zu kreieren. Die Künstlerin hat aufgrund der großen Nachfrage nachgelegt und bietet im Herbst zwei weitere Kurse an. Limetten und jede Menge Rum kamen ebenfalls in der Atelierkate zum Einsatz, als Maria Torres zum Kulturkurs „Mujito Cubano“ lud.

Am Sonntag sind die 25. Burglesumer Kulturtage mit einer vogelkundlichen Radtour, dem traditionellen ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel in Knoops Park und dem Abschlusskonzert „..ich atmet einen linden Duft“ in der Kirche St. Martini zu Ende gegangen.

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