Bildungsprogramm für angehende Lehrer

Lernferien nun auch in Bremen

„Climb“ organisiert in den Herbstferien zum ersten Mal in Bremen ein Bildungsprogramm für angehende Lehrkräfte, die sich in der Praxis erproben möchten. Gleichzeitig werden 30 Grundschüler gezielt gefördert.
21.09.2019, 19:03
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Lernferien nun auch in Bremen
Von Ulrike Troue

In den Herbstferien können sich zum ersten Mal in Bremen Lehramtsstudierende, aber auch Menschen, die herausfinden wollen, ob sie überhaupt für den Lehrerberuf geeignet sind, in der Praxis erproben – und zwar in Lernferien. Mirela Müller organisiert dieses neue Bildungsprogramm, an dem 30 von der Schule selbst ausgewählte Kinder der ersten bis vierten Klasse in Deutsch und Mathematik zwei Wochen individuell gefördert werden. Der erste Kooperationspartner für die Bremer Lokalkoordinatorin des Sozialunternehmens „Climb“ ist die Tami-Oelfken-Schule in Blumenthal.

„Climb“ steht für „clever lernen, immer motiviert bleiben“. Drei Lehrerinnen haben das Start-up 2012 in Hamburg gegründet. Die Zahlen der Bertelsmann-Stiftung zum Lehrermangel haben sie schockiert. Nach der aktuellen Studie fehlen bis 2025 deutschlandweit mehr als 26.000 Grundschullehrkräfte. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, auch Bremen ist betroffen. 41 Stellen an allgemeinbildenden Bremer Schulen konnten zu Schuljahresbeginn in diesem Jahr nicht mit fertig ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden. Deshalb qualifiziert das Bremer Bildungsressort zusehends auch Quer- und Seiteneinsteiger.

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In einer Welt, die Lernen mit Zwang verbindet und auf wachsende Komplexität mit Angst und Hass reagiert, sollen die Lernferien wieder Lust auf Lernen wecken, formuliert das Sozialunternehmen „Climb“. Es will dem Lehrermangel aktiv entgegenwirken und sich für mehr Bildungsgerechtigkeit einsetzen. Daher hat es das Bildungsprogramm zur Stärken­orientierung im Schulalltag schon in den Ferien in Hamburg, Dortmund und Mainz etabliert und bietet es ab diesem Jahr nun auch in Mannheim und Bremen an.

Im Austausch mit der Bildungsbehörde

Die sechs Teilnehmer, die sich bei ihr gemeldet hätten, bekämen in dieser vom Studium losgelösten Praxisphase vom 7. bis 19. Oktober die Möglichkeit, sich auszuprobieren und ihre Stärken zu erkennen, sagt die Bremer Koordinatorin Mirela Müller. Gleichzeitig komme das Lernferien-Projekt Kindern aus herausfordernden Verhältnissen zugute, die durch die individuelle Förderung Erfolgserlebnisse hätten und davon profitierten.

Mirela Müller hat in der Planungsphase für die Lernferien unter dem Motto „Ernährung und Sport“, das durch die Unterrichtsmaterialien für den Vormittag und auch in den Projekten nachmittags in Form von kreativen und sportlichen Angeboten einfließt, mehrere Bremer Schulen angeschrieben und will mit ihnen in Kontakt bleiben. „Im Idealfall bieten wir Lernferien im nächsten Jahr an mehren Standorten an“, kann sich die studierte Gesundheitswissenschaftlerin gut vorstellen. Die Neu-Bremerin, die mit ihrer Familie im Stephaniquartier lebt, versteht Bildung als Grundlage für Wohlbefinden und Gesundheit und engagiert sich aus dem Grund für bessere Bildungschancen für Kinder aus schwierigen Verhältnissen bei „Climb“.

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Auch mit der Bildungsbehörde steht das Sozialunternehmen, das laut Mirela Müller sehr vom Social Impact Lab und seinem Netzwerk unterstützt wird, schon länger in Austausch und hat sie bei den Vorbereitungen für das Projekt einbezogen. Das neue niedrigschwellige Bildungsprogramm in Bremen wird dieses Jahr über Spenden, unter anderem von der Daniel-von-Schnackenberg-Stiftung, mit Mitteln aus dem Teilhabefonds und den Teilnehmerbeiträgen finanziert. 50 Euro beträgt die Gebühr pro Kind, wobei Schülerinnen und Schüler mit Bremen-Pass laut Müller kostenfrei mitmachen können.

Weitere Informationen

Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.climb-lernferien.de. Wer mehr über die Bremer „Climb“-Aktivitäten wissen möchte, kann sich per E-Mail an mueller@climb-lernferien.de an die Lokalkoordinatorin Mirela ­Müller wenden.

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