Findorffer Beirat installiert Geschwindigkeitsmessanlage und verfolgt dabei auch ein pädagogisches Ziel

Leuchtendes Vorbild

Es ist vollbracht: An der Hemmstraße ist ein Geschwindigkeitsmessgerät installiert worden.
30.04.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Anke Velten

Es ist vollbracht: An der Hemmstraße ist ein Geschwindigkeitsmessgerät installiert worden.

An der Hemmstraße zwischen Admiral- und Eickedorfer Straße gilt seit November Tempo 30, doch so richtig ist das vielen Autofahrern noch nicht aufgefallen. Als freundliche Verkehrserziehungsmaßnahme installierte der Findorffer Beirat daher in der vergangenen Woche seinen eigenen Geschwindigkeitsanzeiger. Die solarbetriebene Anlage, die zum Preis von 4200 Euro aus Globalmitteln angeschafft worden war, soll nach dem Wunsch der Beiratsmitglieder in Zukunft Sicherheit und Aufenthaltsqualität auf Findorffer Straßen erhöhen.

Die Findorffer erhoffen sich von ihrer Anlage nämlich einen ähnlich positiven Effekt, wie ihn zum Beispiel die Geschäftsleute an der Wachmannstraße verbucht hatten. Die Schwachhauser Anlage diente als leuchtendes Beispiel, denn Ralph Saxe, Vorsitzender des Vereins "Die Wachmannstraße", hatte dem Beirat vor einiger Zeit über die guten Erfahrungen der dortigen Anwohner und Geschäftsleute mit dieser Methode berichtet.

Der Beirat hatte sich die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h in diesem Abschnitt der Hemmstraße gewünscht, und im Findorffer Polizeirevier, beim Amt für Straßen und Verkehr sowie bei der BSAG Unterstützung gefunden. Die Vorfahrtsregeln haben sich damit allerdings nicht geändert , denn die Hemmstraße ist nicht Teil einer Tempo-30-Zone. Tagsüber scheint die Einhaltung des Tempolimits kein Problem, denn schneller geht es meist sowieso nicht: "Der Verkehr bremst sich gegenseitig aus", erklärt Gottfried Piaskowski, Verkehrssachbearbeiter im Findorffer Revier. In den Abendstunden sieht das anders aus. Das berichtet jedenfalls Reiner Bischoff. Der stellvertretende Ortsamtsleiter, zuständig für den Stadtteil Findorff, hatte sich vor einigen Tagen einen strategisch günstigen Platz in einem benachbarten Lokal ausgesucht und beobachtet: "Ab 22 Uhr fuhr keiner mehr unter 30 km/h". Den Spitzenwert erreichte dabei ein Bremer Taxi, das mit 62 Stundenkilometern durch die Hemmstraße brauste, so Bischoff.

Konsequenzen haben die Geschwindigkeitsüberschreitungen für die Fahrer nicht, betonten die Beiratsmitglieder August Kötter und Oliver Otwiaska, die die "Patenschaft" für die Anlage übernommen haben. "Niemand wird fotografiert, keine Kennzeichen registriert", erklärt Oliver Otwiaska. Allerdings ist der Geschwindigkeitsanzeiger in der Lage, die Messergebnisse zu speichern, sodass die Entwicklung der Durchschnittsgeschwindigkeiten registriert und statistisch ausgewertet werden kann. Der Beirat hofft, dass seine Maßnahme bald den gewünschten pädagogischen Effekt hat. Geplant ist, die Anlage in Zukunft auch anderswo einzusetzen.

Dass viele Autofahrer die Geschwindigkeitsbegrenzung schlicht ignorieren, könnte einen einfachen Grund haben: Die Hinweisschilder an den beiden Straßeneingängen hätten kaum unauffälliger installiert werden können. In Kürze möchten sich die Beiratsmitglieder daher mit Vertretern des Amtes für Straßen und Verkehr treffen, um alternative und besser sichtbare Standorte für die Schilder zu prüfen. Eine weiterer Vorschlag des Beirats: die Aufmerksamkeit der motorisierten Verkehrsteilnehmer durch "Piktogramme" – auffällige Fahrbahnmarkierungen – zu steigern.

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