Förderpreise für beispielhafte Kinder- und Jugendarbeit unter dem Motto „Musikalisch“ vergeben

Lieber falsch, als gar nicht singen

Bereits zum 13. Mal ist der Förderpreis für beispielhafte Kinder- und Jugendarbeit durch die Stiftung Weserterrassen verliehen worden. Unter dem Motto "Musikalisch" hat die Jury die Preisträger am Mittwoch im Bürgerhaus Weserterrassen geehrt. Natürlich mit Programm.
03.12.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Theresa Haselbach

Bereits zum 13. Mal ist der Förderpreis für beispielhafte Kinder- und Jugendarbeit durch die Stiftung Weserterrassen verliehen worden. Unter dem Motto "Musikalisch" hat die Jury die Preisträger am Mittwoch im Bürgerhaus Weserterrassen geehrt. Natürlich mit Programm.

Östliche Vorstadt. Fröhliche Geschäftigkeit herrscht im großen Saal des Bürgerhauses Weserterrassen. Auch Pia (3) und Fynn (6) sind mit ihrer Mutter zur Verleihung des Förderpreises für beispielhafte Kinder- und Jugendarbeit der Weserterrassen Stiftung in das Kulturzentrum gekommen. "Wir machen den Löwentanz", verrät die Dreijährige. Die kleine Hastedterin gehört zur Hasengruppe vom Kinder- und Familienzentrum Betty-Gleim-Haus, die sich mit dem Projekt "Mehr als eine Handvoll Musik" um den mit insgesamt 10 000 Euro dotierten Preis beworben hatten.

"Dies ist keine Preisverleihung, sondern eine Preisvergabe. Leihgaben fordert man zurück, wir möchten allerdings, dass Sie den Preis behalten und verwenden", betonte Karl Bronke aus der Sozialbehörde. Unter dem Motto "Musikalisch" waren in diesem Jahr 15 Schulen, Kitas, Jugendgruppen, Kinderchöre und Projektgruppen aus den Stadteilen Altstadt, Bahnhofsvorstadt, Ostertor, Steintor, Fesenfeld, Hulsberg und Peterswerder dem Aufruf der Stiftung gefolgt und hatten Beiträge in Form von DVDs, CDs, Fotoalben und Bilder und Selbstgebasteltem eingeschickt.

Die Jury – Mitglieder des Beirates Mitte und Östliche Vorstadt, Vertreter der Sponsoren AOK Bremen-Bremerhaven, der Sparkasse Bremen, von Werder Bremen und der Stiftung Weserterrassen – hat sich alles angesehen und sich dann auf Gewinner einigen müssen. Wichtigstes Bewertungskriterium war eine gelungene Kombination aus spannenden Ideen, freiwilligem Engagement und einem aktiven Bezug zu den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen. "Wir haben viele großartige, kreative und vor allem liebevoll gestaltete Bewerbungen bekommen. Schade, dass wir Ihnen heute nur einen kleinen Ausschnitt davon zeigen können", bedauert Organisatorin Heike Blanck.

Die Mitarbeiterin des Ortsamtes zitierte Peter Maffay: "Es ist mir lieber, jemand singt falsch, als dass er gar nicht singt." Es gehe nicht nur um die Freude an der Musik um ihrer selbst willen, sondern vor allem um die vielfältigen pädagogischen und psychologischen Aspekte. "Musik ist wichtig für die Sprachentwicklung, unterstützt die Vernetzung der Synapsenbildung bei Gedächtnisprozessen und wirkt sich positiv auf die soziale Bindefähigkeit aus. Zudem gilt Musik als Mittel zur Krisenbewältigung, wie ein Gefühlsmanagement."

Und musikalisch geht es natürlich auch bei der Feier zur 13. Vergabe des Förderpreises zu: Die Nominierten singen, tanzen und musizieren für die Gäste. Charlotte und Flora, zwei sieben Jahre alte Schülerinnen der Bürgermeister-Smidt-Schule, sitzen vor der Bühne und warten "auf den Auftritt vom lustigen Hahn", sagen die beiden, die mit ihrem Schulchor den zweiten Platz belegt haben.

Unter den Preisträgerinnen und Preisträgern ist auch die beinahe zwei Jahre alte Mayelle aus dem Steintor, die ihre Joghurtbecher-Rassel fest umklammert hält. Für das Projekt "Singende Erdbeere" hat die Kindergruppe "Die Kurzen" Instrumente gebastelt und ist damit auf einen dritten Platz gekommen. "Die 500 Euro können wir gut gebrauchen: Wir wollen uns eine Gitarre kaufen. Außerdem soll der Kletterboden in der zweiten Ebene mit einem Tor noch sicherer für die Kleinen gemacht werden", sagt Gruppenleiterin Anneliese Lobe-Manga.

Mit ersten Preisen und 1500 Euro wurden die Grundschule Stader Straße mit ihrer Planetenreise und die Kindergruppe Altstadt ausgezeichnet. Beide waren der Jury durch ihre nachhaltige und systematisch durchdachte Entwicklung musikalischer Projekte aufgefallen. Auch der Sonderpreis, eine Kooperation mit der Bremer Kammerphilharmonie, ging an die Kindergruppe Altstadt. Und der Jubel war groß.

Weitere Preisträger sind unter anderem die Punkband FSK 18 aus der Friese, die Friedens- und die St. Michaelis-St. Stephani-Gemeinde, das Betty-Gleim-Haus, der Kinder- und Jugendchor im Viertel, die Bremer Kinder- und Jugendkantorei und das Tonstudio der Gesamtschule Mitte. Auf www.weserterrassen-stiftung.de sollen alle Preisträger verzeichnet werden. Dort wird auch im Frühjahr die nächste Ausschreibung für den Förderpreis laufen.

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