BUND gibt Buch übers Blockland heraus / Stimmungsvolle Bilder und interessante Informationen Liebeserklärung an das Dorf am Stadtrand

Blockland. Stimmungsvolle Bilder von nebeligen Marschlandschaften in der Dämmerung, Nahaufnahmen von seltenen Wasser- und Sumpfpflanzen sowie Watvögeln und anderen Fluss-, Ufer- und Wiesenbewohnern - all diese Motive dürften vielen Ausflüglern im Blockland schon einmal begegnet sein. In dem Buch "Blockland - Grünes Land am Bremer Rand" zeigt der Bremer Landesverband im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) das Blockland von seiner schönsten Seite. Angereichert ist es mit interessanten Informationen.
10.01.2011, 05:00
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Von Liane Janz

Blockland. Stimmungsvolle Bilder von nebeligen Marschlandschaften in der Dämmerung, Nahaufnahmen von seltenen Wasser- und Sumpfpflanzen sowie Watvögeln und anderen Fluss-, Ufer- und Wiesenbewohnern - all diese Motive dürften vielen Ausflüglern im Blockland schon einmal begegnet sein. In dem Buch "Blockland - Grünes Land am Bremer Rand" zeigt der Bremer Landesverband im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) das Blockland von seiner schönsten Seite. Angereichert ist es mit interessanten Informationen.

Denn dieses knapp 150 Seiten umfassende Werk ist nicht nur als farbenfrohe Dokumentation der Landschaft und Natur des Blocklands angelegt. Die Texte von Georg Wietschorke und Jörn Hildebrand ergänzen die 140 von den Mitgliedern des Arbeitskreises "Naturfotografie" gemachten Bilder um wertvolle Informationen. Sie solen aufklären über die Entstehung des Landstrichs, die natürlichen Gegebenheiten, welchen Gefahren sie unterliegen und über die Landwirtschaft, die mit dafür sorgt, dass das Blockland artenreich bleibt.

Die ersten Seiten des Buches befassen sich mit der Entstehung des Blocklands, als sich vor etwa 10000 Jahren Schmelzwasser der Gletscher einen Weg durch das Bremer Becken bahnte und dort Ströme, Flussarme und Seen bildete. Der Hauptstrom aus dieser Zeit ist die Wümme. Sie gab der Landschaft ihre Form und war die Basis dafür, dass sich in dem Gebiet unter anderem Seerosen, Krebsscheren und Schilfdickichte ansiedelten. Das Gelände bleibt eine unwegsame Sumpflandschaft bis weit nach Christi Geburt. Erst holländische Kolonisten machten es ab dem frühen 12. Jahrhundert urbar. Der Name "Hollerland" zeugt noch heute davon. Sie entwickelten ein effizientes Entwässerungssystem aus Gräben und Deichen. Auf diese Weise entstanden von Gräben umrandete Felder, die von oben betrachtet wie Blöcke aussehen. Auf sie geht der Name Blockland zurück.

Verständnis wecken

Wie genau Wasser und Deiche für und gegen das Blockland arbeiten können, wird in einem gesonderten Kapitel beschrieben, ebenso die Lebewesen und auf sie lauernde Gefahren in den Feuchtwiesen. Das letzte Kapitel handelt vom Ausflug ins Blockland. Darin wird auch die Landwirtschaft im Blockland thematisiert.

"Im Allgemeinen hat die Landwirtschaft ein recht schlechtes Image. Viele denken dabei an Massentierhaltung", sagt Georg Wietschorke vom BUND, der für die Redaktion des Buches verantwortlich war. Die gebe es jedoch im Blockland nicht, stellt er heraus und wirbt für mehr Verständnis füreinander. Wietschorke möchte mit dem Buch Städter und Dorfbevölkerung zusammenführen: "Die Ausflügler sollen ein Gefühl für die Leute bekommen, die dort leben und arbeiten. Denn es ist ein wahrer Schatz, den wir da haben." Wie heute ein landwirtschaftlicher Betrieb wirtschaftet, können Besucher auf dem Biohof Bavendamm erleben. Der vom BUND gepachtete Bauernhof wird ökologisch bewirtschaftet. Auch er wird in dem Buch vorgestellt, mit dem der BUND drei Ziele verfolgt: Förderung der ökologischen Landwirtschaft, Naturschutz und Umweltbildung.

Darüber hinaus soll das Werk jeden einzelnen motivieren, etwas für die Umwelt, speziell fürs Blockland zu tun. Die Bilder und Erklärungen sollen laut BUND dem Leser ins Gewissen reden und bewirken, dass zum Beispiel Müll vom Picknick nicht in der Landschaft liegengelassen oder Verständnis für den Landwirt gezeigt wird, indem man dem Trecker auf dem schmalen Deich Platz zum Vorbeifahren macht.

In dem Buchprojekt "Blockland - Grünes Land am Bremer Rand" stecken drei Jahre Arbeit. Herausgekommen ist ein stimmungsvolles Porträt des ländlichen Stadtteils. Es macht Lust darauf, sich in der fast 3000 Hektar großen, unzerschnittenen Landschaft genauer umzuschauen, darüber hinaus ist es ein Appell an jeden, sich um dieses einzigartige Fleckchen Erde zu kümmern und das Blockland zu erhalten.

"Blockland - Grünes Land am Bremer Rand" ist in einer limitierten Auflage von 1000 Stück erschienen. Es ist in den Bremer Buchhandlungen sowie beim BUND, Am Dobben 44, 28203 Bremen, und im Internet auf www.bund-bremen.net erhältlich und kostet 14,50 Euro. Die Einnahmen kommen der Arbeit des BUND zugute.

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