Joachim „Bommel“ Fischer stellt sein neues Buch „So ist meine Stadt“ im Alten Fundamt vor Liebeserklärungen an die Bremer

Woltmershausen·Östliche Vorstadt. Nachdem Joachim „Bommel“ Fischer die beiden Bücher „So ist meine Welt“ und „So ist meine Tierwelt“ veröffentlich hat, kommt jetzt ein drittes Werk hinzu, in dem Fischer einen Blick auf seine Mitmenschen wirft. „So ist meine Stadt“ hält sich kaum mit Denkmälern und Sehenswürdigkeiten auf, sondern zielt eher auf deren Betrachter ab.
03.09.2015, 00:00
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Von Edwin Platt

Nachdem Joachim „Bommel“ Fischer die beiden Bücher „So ist meine Welt“ und „So ist meine Tierwelt“ veröffentlich hat, kommt jetzt ein drittes Werk hinzu, in dem Fischer einen Blick auf seine Mitmenschen wirft. „So ist meine Stadt“ hält sich kaum mit Denkmälern und Sehenswürdigkeiten auf, sondern zielt eher auf deren Betrachter ab.

Fischer lebt als Künstler und engagierter Bürger in Woltmershausen, ohne den Fluss als Trennung zu empfinden, denn zur ersten Lesung und Bucheinführung kommt er am Sonntag, 6. September, 17 Uhr, ins Alte Fundamt, Auf der Kuhlen 1a. Begleitet wird Fischer vom Geschäftsführer des Sujet Verlages, Madjid Mohit, der schon, wie bei früheren Lesungen Fischers, die Veranstaltung mit folkloristischem Gesang und Gitarrenklängen begleitet. Veranstalter der Lesung sind die Stadtbibliothek, das Literaturkontor und der Sujet Verlag.

„Bommel“ Fischer erzählt auf über 200 Seiten etwa 90 Geschichten, Liebeserklärung an die Bremer und wünscht sich für die Erstlesung im Alten Fundamt angeregte Gespräche mit dem Publikum. Der Eintritt ist frei, aber der Autor bringt sein Sparschwein mit, das gefüttert werden darf. Der Inhalt soll Flüchtlingsprojekten in Pusdorf zugute kommen.

Vielleicht liest Fischer die Geschichte „Gepiepe“. In der Story erschrickt ein Straßenbahnfahrgast plötzlich über lautes unangenehmes Gepiepe im Fahrgastraum. Die Ursache ist das Herunterfahren der Rampe für Rollstuhlfahrer, das mit einem unangenehmen Ton verbunden ist. Könnte nicht eine freundlich einladende Musik erklingen? Diese Frage könnte anlässlich der Lesung diskutiert werden.

In „Wartezeit“ profitiert „Bommel“ Fischer von der Lebenserfahrung eines älteren Herrn. Der sitzt auf einem flachen Hocker, Plastiktüte an der Seite, neben einem Geschäftseingang. Der Autor möchte ihm einen Euro spendieren, der prompt abgelehnt wird. „Sie können das ruhig nehmen, ich gebe es gerne und es ist keine Schande, wenig Geld zu haben“, ermutigt er den Mann. Doch der erklärt, auf seine einkaufende Frau zu warten und das könne bis zwei Stunden dauern. Deshalb habe er sich den Hocker beschafft und so Zeit, Rätsel zu lösen oder zu lesen oder einfach mal dem Gerede seiner Frau zu entgehen. Dann öffnet er eine Schachtel und bietet „Bommel“ an, das Käsebrötchen daraus zu essen, wenn er picknickt. „Ich habe schon mal meine ganze Steuererklärung bei so einer Gelegenheit geschafft“, schwärmt der Rentner über die Shoppingtermine seiner Frau. In Fischer wächst der Wunsch, mehr über solche unterhaltsamen, bisweilen nutzbringenden Auszeiten zu erfahren, doch da hört er sie, die weibliche Stimme, und seine neue Rentnerbekanntschaft klappt den Hocker ein, legt sein Buch in die Plastiktasche, ergreift die Tüten, die seine Liebste ihm anreicht und geht, den Einkaufserlebnissen seiner Holden lauschend.

Keinesfalls schreibt der Woltmershauser über seine Protagonisten abwertend, wie beim Lesen von „Der Fan“ zu merken ist, denn sein Augenzwinkern, seine Zuneigung zu Schwächen und sein Blick für Widersinniges bleiben bei allen Lebenswidrigkeiten wohlwollend.

Joachim „Bommel“ Fischer liest aus seinem neuen Buch „So ist meine Stadt – Bommels Bremen Buch“ am Sonntag, 6. September, 17 Uhr, im Alten Fundamt, Auf der Kuhlen 1a. Der Eintritt ist frei. Das Buch ist im Sujet Verlag erschienen und kostet 12,80 Euro, ISBN: 9 78 39 44 20 15 04.

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