Erster Bauabschnitt in Tenever soll im April fertig sein Linie1-Verlängerung ist voll im Plan

Tenever. Der Ausbau der Straßenbahnlinie 1 von der Züricher Straße bis zum Bahnhof Mahndorf macht Fortschritte. Im ersten Bauabschnitt werden die letzten Gleise verlegt, im nächsten Stück wird in den kommenden Tagen die Straßendecke aufgerissen werden. Im Frühjahr 2013 soll alles bis zum Bahnhof Mahndorf fertig sein.
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Von Helge Dickau

Tenever. Der Ausbau der Straßenbahnlinie 1 von der Züricher Straße bis zum Bahnhof Mahndorf macht Fortschritte. Im ersten Bauabschnitt werden die letzten Gleise verlegt, im nächsten Stück wird in den kommenden Tagen die Straßendecke aufgerissen werden. Im Frühjahr 2013 soll alles bis zum Bahnhof Mahndorf fertig sein.

An der Neuwieder Straße ist schon einiges zu sehen: Die Arbeiter verkleiden die verlegten Gleise mit Hartgummi, das Elastizität bringt, wenn später die Bahnen drüberrattern. Die letzten Schienen liegen noch aufgehäuft bereit. Nummern zeigen, in welcher Reihenfolge sie ins Gleisbett müssen - genau wie es der Streckenplan vorgibt. Schon bei der Produktion hat jedes Teil die richtige Krümmung bekommen.

Die Linie 1, Richtung Osten, wird um neun Stationen und 4,8 Kilometer verlängert. Die Kosten liegen bei rund 77 Millionen Euro, 39 Millionen kommen vom Bundesministerium für Verkehr. Anlass für das mehrjährige Bauprojekt der BSAG: Der öffentliche Nahverkehr soll nicht nur besser, sondern auch wirtschaftlicher werden. 'Mit der Umstellung von Bus auf Bahn werden wir die zweieinhalbfache Menge an Fahrgästen transportieren können', sagt Ralf Gießmann, der die Geschäftsstelle Ost der BSAG leitet, die für die Planung des Betriebs zuständig ist.

Zwei zusätzliche Bahnen

Wichtig sei vor allem der Direktverkehr, also komfortabel fahren zu können, ohne umsteigen zu müssen. Statt der Busse will die BSAG nach Abschluss der Arbeiten zwei zusätzliche Bahnen auf der Strecke einsetzen - und 15 bis 20 Busfahrer einsparen. 16000 Menschen rund um die neue Strecke sollen von der Erweiterung profitieren. Bis dahin müssen die Teneveraner noch einige Einschränkungen in Kauf nehmen. Derzeit ist ein Kilometer des ersten Bauabschnitts für Autofahrer nur einspurig befahrbar, der Busverkehr wird umgeleitet. Der Verkehr staut sich, mit Tempo dreißig schieben sich die Fahrzeuge durch die Baustelle, während die Arbeitsgeräte lärmen. Fußgänger müssen besonders achtgeben, die Übergänge sind nur provisorisch. Immer wieder müssen Grundstückszufahrten kurzzeitig gesperrt werden. Die Anwohner würden das akzeptieren, sagt Uwe Gerdes vom Consult Team Bremen (CTB), der Tochtergesellschaft der BSAG, die den Streckenbau leitet. Er ist zuversichtlich, dass sich der Ausbau auch

für das Stadtbild lohnt.

Straße wird verengt

Auf dem ersten, recht engen Bauabschnitt bis zur Neuwieder Straße wird die Straßenbahnstrecke einen Kilometer weit straßenbündig, also direkt in der Autospur verlaufen. Im April 2011 sollen die Arbeiten dort beendet sein. Das Stück bis zur Osterholzer Heerstraße wird ein Rasengleis bekommen, dafür wird die Straße von vier auf zwei Spuren verengt. Möglichst viele Menschen sollen die Schiene nutzen, so dass die BSAG nicht von Störungen im Verkehrsfluss ausgeht.

Ralf Gießmann sieht es sogar positiv: 'Das ist eine Aufwertung des Stadtteils.' Denn die Fläche werde entsiegelt und mit Gras und Bäumen begrünt. Auch für die zwei Kilometer bis Nusshorn ist ein Grüngleis geplant, das seinen Platz in der Mitte der Straße bekommt. 'Dort sollen die Arbeiten Ende Januar 2011 beginnen. Die Ausschreibungen für die Aufträge laufen noch', sagt Uwe Gerdes.

Etwa zehn Firmen arbeiten an einem Abschnitt, denn es geht um mehr, als Schienen zu verlegen. 80 Zentimeter tief muss gegraben werden: Erst werden Leitungen verlegt, dann die Abwässerkanäle. Es folgt der Bau der Straße, erst dann kommen die Betonteile dran, in denen die Gleise liegen. 'Das meiste verbuddeln wir', sagt Ralf Gießmann und lacht dabei. Ohne Zuschüsse sei das Projekt nicht zu stemmen. 'Aber mit den 60 Prozent vom Bund sind wir in einer komfortablen Situation.'

Die Endhaltestelle Bahnhof Mahndorf wird laut Uwe Gerdes eine Herausforderung. Noch stehen Bäume dort, wo ab Juni kommenden Jahres ein Umsteigeknotenpunkt mit einem großen Parkplatz entstehen soll. Das Umland wird dann besser erreichbar sein, so der Plan. Dort baut allerdings zur gleichen Zeit auch die Deutsche Bahn. 'Die Baustellen müssen wir aufeinander abstimmen.' Die bisherige Endhaltestelle der Linie 1 in der Züricher Straße wird im Frühjahr an die neue Strecke angeschlossen. Der Züricher Platz soll dann eine 'neue städtebauliche Bedeutung' bekommen, verspricht Uwe Gerdes.

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