Polizei ermittelt

Linke Aktivisten benennen Straßen in Bremen nach NSU-Opfern

Linke Aktivisten haben am Montag mehrere Straßennamen in Bremen mit den Namen der Opfer der Terrorgruppe NSU ersetzt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.
10.07.2018, 10:45
Lesedauer: 2 Min
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Von Max Seidenfaden Sarah Haferkamp

Abdurrahim-Özüdogru-Straße statt Kohlhökerstraße: Aktivisten der Interventionistischen Linke haben am Montag im Bremer Stadtgebiet mehrere Straßen nach den Opfern der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) benannt und die richtigen Straßenschilder überklebt. Wie die Polizei berichtet, waren davon unter anderem die Straßenschilder der Bismarckstraße, des Ostertorsteinwegs, der Hermann-Böse-Straße und der Contrescarpe betroffen. An den Straßen hinterließen die Aktivisten Gedenkschreiben, die an die NSU-Opfer erinnern sollen. In Vegesack wurde der Aumunder Heerweg umbenannt und Parolen auf den Bürgersteig gesprüht. Da sich die Schilder nicht rückstandsfrei entfernen ließen, ermittelt die Polizei nun wegen Sachbeschädigung. Auch der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen, teilte ein Polizeisprecher mit.

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Die Aktivisten hatten sich am Montag per E-Mail zu der Aktion bekannt. Dem WESER-KURIER liegt ein entsprechendes Schreiben vor. Bundesweit seien in mehr als 20 Städten 200 Straßen mit den Namen der NSU-Opfer versehen worden. Die Aktivisten wollen damit das Ausmaß rassistischer Gewalt sichtbar machen und den Opfern des NSU und ihren Angehörigen Respekt erweisen, heißt es in dem Schreiben. In den folgenden Tagen soll es außerdem zu weiteren Aktionen kommen, kündigt die Gruppe an.

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Die Interventionistische Linke ist laut eigener Aussage ein Zusammenschluss linksradikaler Gruppen und Einzelpersonen aus der undogmatischen und emanzipatorischen Linken im deutschsprachigem Raum und versteht sich als gesellschaftliche radikale Linke.

Fünf Jahre nach dem Prozessauftakt in München neigt sich der NSU-Prozess in dieser Woche dem Ende entgegen. Am Mittwoch, 11. Juli, soll nach 437 Verhandlungstagen das Urteil gegen Beate Zschäpe, der Kumpanin der beiden Mörder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, verkündet werden. Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft war sie eines der drei Mitglieder des NSU und als Mittäterin für alle Verbrechen, darunter zehn Morde, verantwortlich.

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